Mittwoch, 1. September 1999
«Urgewalt der niedergegangenen Schneemassen»
Sustenpassstrasse: Lawinenschäden an der Wendenwasserbrücke repariert
S. Die im vergangenen Winter von Lawinen beschädigte Wendenwasserbrücke an der Sustenpassstrasse rund zwei Kilometer oberhalb des Dorfzentrums von Gadmen ist mit Kosten von etwa 140’000 Franken wieder instandgestellt worden. Die Reparaturarbeiten umfassten nach Angaben des Oberingenieurkreises I in Thun Seitenmauern, Geländer, Bordüren und Deckbelag.
Selbst
Ende August liegt unter der reparierten Wendenwasserbrücke noch Lawinenschnee
– im Winter war die Brücke nach Lawinenniedergängen unter einer
bis zu 28 Meter hohen Schneedecke begraben. (Foto: Peter Schmid)
Die Lawinen hatten laut Jürg Zingg vom Oberingenieurkreis I die Geländer und die Naturstein/Betonbordüren der Wendenwasserbrücke auf einer Länge von etwa 50 Meter weggerissen: «Auch die Schäden am Wald weiter oben im Couloir sprechen Bände über die Urgewalt der niedergegangenen Schneemassen.» Während den Schneeräumungsarbeiten für die Passöffnung im März habe Strasseninspektor Ulrich Bettschen angefragt, ob die Brücke unter einer Schneedecke von 17 Meter noch stehe: «Da Bogenkonstruktionen diesbezüglich gutmütig sind – sonst würden die diversen Römerbrücken schon lange nicht mehr stehen! – wurde die Brückenoberfläche zwecks näherer Beurteilung mit schwerem Räumungsgeät freigelegt. Die dabei angetroffenen Bäume von bis zu 60 Zentimeter Durchmesser und die konsultierten Baupläne sprachen Bände.» Die Brücke ragt nach Angaben von Jürg Zingg eigentlich bis zu 11 Meter aus dem umliegenden Terrain: «Nach Adam Riese betrug also diesen Winter die Schneehöhe im Brückenbereich bis zu 28 Meter!» Verschiedene Lawinen müssten das Couloir ober- und unterhalb der Wendenwasserbrücke verschüttet haben. Bei der Brücke handle es sich um eine typische Sustenbrücke aus den frühen vierziger Jahren: armierter Stampfbeton mit seitlichen Natursteinverkleidungen.
«Auch
die Schäden am Wald weiter oben im Couloir sprechen Bände über
die Urgewalt der niedergegangenen Schneemassen.»
Ab April 1999 musste laut Zingg zuerst ein zeitgemässes Absturzsicherungskonzept für den ganzen Susten erarbeitet werden, «welches dem Erscheinungsbild des Ausbaus auf der einen Seite und den heute erforderlichen technischen Anforderungen eines Geländers/Leitschranke Rechnung trägt». Einzusetzen sei dieses Absturzsicherungskonzept bei grösseren Reparaturen und Sanierungen.
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