Mittwoch, 22. September 1999
BLS an der Aufrechterhaltung der Regionalzüge interessiert
Projekt «schlankes Bödeli»: Soll die Haltestelle Därligen näher zum Dorf hin verlegt werden?
S. Auf dem Bahnhof Därligen halten neben vorüberbrausenden Schnellzügen – obschon bereits vor Jahren die Rede davon war, den Regionalverkehr nach Fertigstellung der Umfahrungsstrasse auf Busbetrieb umzustellen – noch täglich 20 Regionalzüge in beiden Richtungen. Eine Umstellung auf Busbetrieb scheint zurzeit für die BLS Lötschbergbahn zumindest auf der Strecke Spiez–Interlaken kein Thema zu sein. Hingegen wird eine Verlegung der Haltestelle näher zum Dorf Därligen hin geprüft.
Der
im Jahr 1906 erbaute Bahnhof Därligen, Schwellenhöhe 561,5 Meter
über Meer: Soll die Haltestelle näher zum Dorf hin verlegt werden?
(Fotos: Peter Schmid)
Vom Kanton und von der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) würden zwar zurzeit die Bedienung der Strecke Thun–Spiez überprüft – die Fortsetzung Richtung Interlaken sei aber nicht Teil dieser Untersuchung, war dazu von der BLS Lötschbergbahn zu erfahren. Im Zusammenhang mit dem Projekt «schlankes Bödeli» – Anpassung der Gleisanlagen an die künftigen Bedürfnisse – werde die Frage einer Verlegung der Haltestelle Därligen näher ans Dorf geprüft. Dies dürfe als Zeichen dafür gewertet werden, «dass die BLS an der Aufrechterhaltung der Regionalzüge auch auf diesem Abschnitt interessiert ist».
Gewissermassen ein Abstellgleis auf dem Abstellgleis ist im Bahnhof Därligen
am linken Thunerseeufer anzutreffen: Es dient nicht mehr zum Abstellen
von Rollmaterial, sondern – und dazwischen ist Schmetterlingsflieder erblüht
– als Lager für Schienen.
Modelleisenbahnfreunden als Vorlage für ein weitverbreitetes Bahnhofmodell
ein Begriff, sind die ganz grossen Zeiten des Bahnhofs Därligen –
einst Ausgangs- beziehungsweise Endstation der damaligen Bödelibahn
(BB) – schon seit mehr als hundert Jahren vorbei. Um die Güterwagen
von Thun nach Interlaken – das bis zum Jahr 1891 noch Aarmühle hiess
– zu befördern, unterhielt die Bödelibahn von 1873 bis zur Aufnahme
einer durchgehenden Verbindung über Spiez und Thun im Jahr 1893 einen
Trajektbetrieb zwischen Thun-Scherzlingen und Därligen. Auf den Trajektschiffen
wurden, wie Rudolf Gallatis Buch «Interlaken – vom Kloster zum Fremdenkurort»
(erschienen im Verlag Schlaefli AG, Interlaken) dazu im weiteren zu entnehmen
ist, vor allem die von der oberländischen Hotellerie in grossen Mengen
benötigten Lebensmittel befördert. In der Gegenrichtung seien
namentlich Baumaterialien, Souvenirs und Gletschereis aus Grindelwald transportiert
worden.
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