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Mittwoch, 19. Mai 1999

«Niederschlagsmengen gehen zurück»

Arbeitsgruppe «Schnee-Wasser»: «Weniger kritische Werte als an den Vortagen prognostiziert»

sw/S. Die Wetterprognose für die kommenden Tage zeigt laut einem Communiqué der kantonalen Arbeitsgruppe «Schnee-Wasser» weniger kritische Werte als an den Vortagen prognostiziert. Nach wie vor seien heute Mittwoch im ganzen Kantonsgebiet laut dem am späteren Nachmittag per Fax verbreiteten Bulletin von neun Uhr vormittags auch starke Gewitter zu erwarten: «Die Wahrscheinlichkeit von Hang- und Gerinneprozessen ist damit hoch.»

Morgen Donnerstag, 20. Mai, werden aber laut Schnee- und Wasserbulletin die Niederschlagsmengen zurückgehen, und die Nullgradgrenze sinke bis Freitag auf 2500 Meter: «Damit werden die Zuflüsse in die Seen weniger stark ansteigen als am Montag, 17. Mai, prognostiziert.» Der Spiegel des Thunersees werde kaum die Hochwassermarke vom Freitag, 14. Mai, erreichen.

Prognosen bis 25. Mai

Wetterprognose: Feuchtlabile Luft sorgt vor allem heute Mittwoch für Gewitterregen mit unterschiedlicher Intensität und Ergiebigkeit. Wahrscheinlich liegen die Werte zwischen 15 und 30 Liter pro Quadratmeter. Auch morgen Donnerstag sind Gewitterregen zu erwarten. Die Ergiebigkeit ist kleiner als heute. Am Freitag, Samstag und Sonntag nimmt die Stabilität in der Atmosphäre zu. Gewitterregen sind keine mehr zu erwarten. Hingegen sorgt steigender Luftdruck für Staubewölkung entlang der Voralpen und gelegentlich leichter Regen aus dieser Bewölkung. Eigentlicher Landregen ist jedoch nicht zu erwarten. Die Nullgradgrenze sinkt am Donnerstag auf 2600, am Freitag auf 2500 Meter.

Schneeschmelze: Gegenüber der Prognose vom 17. Mai führt die niedrigere Nullgradgrenze ab Donnerstag zu einer geringeren Schneeschmelze.

Abflüsse, Hang- und Gerinneprozesse. Zufluss in die Seen: Da die Niederschläge am Donnerstag mengenmässig geringer Gerinneprozesse ausfallen werden als am vergangenen Montag prognostiziert, werden die Zuflüsse in die Seen weniger stark ansteigen als angekündigt. Damit wird im Thunersee der Höchststand vom 14. Mai kaum erreicht. Da die Niederschläge grossflächig über das Einzugsgebiet der Aare fallen, ist mit einem Anstieg im Bielersee zu rechnen. – Hangprozesse: Im Zusammenhang mit den Gewitterniederschlägen können verbreitet spontan Hangprozesse ausgelöst werden. Die Disposition zu Hangprozessen bleibt auch in den kommenden Tagen sehr hoch. – Bäche: Aufgrund der hohen Sättigung der Böden sind im Zusammenhang mit den Gewitterniederschlägen im ganzen Alpen- und Voralpengebiet sowie im höheren Mittelland (Emmental, Schwarzenburgerland) Wildbachprozesse geschiebeführende Hochwasser und Murgänge) zu erwarten. Auch kleine Mittellandbäche können sehr schnell anschwellen. Damit entsteht neben dem Wasser- auch ein wesentliches Geschiebe- und Lawinenholzproblem (gilt insbesondere für das alpine Gebiet). An neuralgischen Stellen (Brücken, Durchlässen, Engstellen, Verflachungen) kann es zu spontanen Verstopfungen kommen und das Wasser-Geschiebe-Holz-Gemisch kann sich neue Fliesswege suchen, die auch Siedlungen betreffen können. Diese Prozesse treten augenblicklich ein und sind deshalb als sehr gefährlich einzustufen (Menschenleben).

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