Berner Oberland News

Freitag, 12. Dezember 1997

Stinkluft-Bonus-Aktion
Den Verfasserinnen des Leserbriefs vom 7. Dezember muss man aus vollem Herzen zustimmen. – Ich mache mit und ohne Familie oft und gerne ausgedehnte Wanderungen (vorzugsweise in Bergregionen). Gelegentlich (zum Glück selten) kommt es vor, dass man in der Natur einem Rauchern mit brennender Zigarette begegnet. Man glaubt kaum, über welche weite Strecke man dem Qualm einer einzigen Zigarette als Geruchsbelästigung in der freien Natur ausgesetzt ist. Der Zigarettenrauch enthält bekanntlich über 40 krebsauslösende Stoffe (neben ungezählten weiteren Giften) und macht eine ungeheure Menge unseres wichtigsten Lebensmittels, ohne das wir nur wenige Minuten leben können – nämlich unsere Atemluft – vollkommen ungeniessbar.

Dass nach dem «Genuss» die Zigarettenkippe in die Landschaft geworfen wird, ist selbstverständlich. Ich finde diese giftigen Hinterlassenschaften ständig in der Natur als Gruss von unseren rauchenden «Naturfreunden».

Wenn jetzt die Umweltverpester noch zum ermässigten «Rauchertarif» in die Bergregionen befördert werden, muss ich am Verstand der Initiatoren dieser Gutscheinaktion zweifeln. Für mich gibt es nur eine logische Folge: Nichtrauchende – also echte – Naturfreunde müssen die Bergbahnen mit «Rauchertarif» permanent boykottieren, bis die Stinkluft-Bonus-Aktion als peinlicher Ausrutscher eingestellt wird und sich somit in Rauch auflöst.

Rudolf Riesner
Ludwigsburg (E-Mail)

Leserbrief der Klasse 7d der Sekundarschule Interlaken
Die EU-Gesundheitsminister haben vor wenigen Tagen ein totales Verbot der Tabakwerbung beschlossen. Um so mehr entsetzten wir uns über die Werbekampagne einiger Bergbahnen, die in unserer Region vor allem die Firstbahnen betrifft. Mit dieser Aktion kann man durch den Kauf eines Päckchens Zigaretten einer bestimmten Marke in verschiedenen Wintersportgebieten der Schweiz verbilligt Ski und Snowboard fahren. Eine solch verlockende Werbeaktion verleitet gerade sportbegeisterte Jugendliche zum Tabakmissbrauch. Ebenfalls sind wir der Meinung, dass die Kombination von Zigaretten und Sport höchst fragwürdig ist.

Diese leichtsinnige Aktion sollte sofort eingestellt werden, finden 20 Schüler und Schülerinnen der Klasse 7d der Sekundarschule Interlaken:

Simon Alder, Sarah Bigler, Bettina Brawand, Samuel Brunner, Michael Fluri, Mirjam Grossenbacher, Tatjana Grossniklaus, Alexa Hollinger, Claudius Hug, Stefanie Mühlemann, Isabelle Müller, Anja Neugebauer, Johanna Oeschger, Simone Portmann, Oliver Schmid, Samuel Schneeberger, Romano Steffen, Cécile Trabut, Fabian von Allmen, Jeanine Zwahlen.

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