Berner Oberland News
Sonntag, 7. Dezember 1997
Leserbrief: Zigarettenwerbung und gesunde Bergregion
Die Direktion der Firstbahnen hätte gut daran getan, der Empfehlung von Werbeagenturen nachzukommen: nämlich auf eine sich insbesondere an jugendliche Konsumenten richtende Zigarettenwerbung – OV/Echo vom Freitag, 5. Dezember 1997: «Bahnrabatt für Raucher» – zu verzichten! Als langjährige Benützer der Firstbahnen bei unseren Sommer- sowie Winteraktivitäten verinnerlichten wir mit der Firstregion ein Bild, welches mit einer naturnahen, familienfreundlichen und gesunden Bergregion im Einklang steht. Nun soll dieses sympathische, kleinräumige Gebiet mit meilenweit laufenden Kamelen assoziiert und damit vermeintlich auch gut verkauft werden. Obschon Werbung allein nicht ausschlaggebend dafür ist, ob eine junge Person mit Rauchen beginnt oder nicht, erachten wir diese Werbeaktion, wo Rauchen und Sport miteinander in Zusammenhang gebracht werden, als wenig feinfühlig und kaum verantwortungsbewusst gegenüber jungen Menschen und deren Eltern.
Sicher benötigen unsere Bahnen attraktive Werbung und Imagepflege – gäbe es da nicht auch andere Wege? Ein Vorschlag: In den Niederlanden werden an diversen Schulen Jugendliche am Ende ihrer Schulzeit mit einem ansehnlichen Geldbetrag belohnt, wenn sie Nichtraucher geblieben sind. Es gäbe in der Schweiz sicher genügend Klassenlehrer, welche sich an einer von den Firstbahnen initiierten Belohnung in Form von Gratis-Skikarten entgegennähmen. Dies bedeutete mehr als einen Gag und böte zudem Diskussionsstoff in vielen Landesgegenden. Damit wären auch die Firstbahnen im Gespräch, diesmal mit positiv ausgerichteter Werbewirkung (und ohne den grauen Zigarettendunst!).
Ruth Oeschger-Ebensperger und Dora Schmid-Zürcher, Ringgenberg (E-Mail)