Donnerstag, 25. September 2003 
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Agropreis 2003 für innovative Landwirte geht an die Lenk und ins Unterwallis

ds/bns. Mit dem Agropreis 2003 für innovative Landwirte können zwei Gewinner ausgezeichnet werden: Je 10'000 Franken erhalten das Familienunternehmen Rieder-Farm an der Lenk für die Produktion und das Marketing ihrer Glacé und die Genossenschaft Valplantes aus dem Unterwallis für ihre erfolgreiche «Bio-Alp-Tea»-Produktelinie.

Herstellung von Rieder-Glace: «Absolut frische hofeigene ‹Wiesenmilch›, frische eigene Eier und absolut natürliche Vollfrüchte». (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Zum elften Mal verleiht die Emmental Versicherung am 27. November 2003 im Hotel Bellevue in Bern den mit insgesamt 20'000 Franken dotierten Agropreis unter dem Patronat des Schweizerischen Bauernverbandes: «Gemeinsam ist den Gewinnern die starke Marktbezogenheit, das Aufspüren und Ausnützen von Trends, die hohe Risikobereitschaft, der Wille Neuland zu betreten», verlautet dazu: «Die hohe Wertschöpfung mit eigenen Produkten wird erreicht durch das geschickte Verhalten in der Wertschöpfungskette, gepaart mit einem sicheren Gespür für die Gestaltung und die Promotion der Produkte. Die beiden Siegerprojekte haben ihre Wurzeln in der Berglandwirtschaft und zeugen von der Kraft der Bergbauern, sich den Veränderungen zu stellen und ihre Chancen mit Top-Produkten zu nutzen.» Stark unterschiedlich sind nach Angaben der Emmental Versicherung die Projekte in der Grössenordnung, der Anzahl der Beteiligten, die Vernetzung mit Partnern und der geografischen Ausdehnung.

Glacé von der Rieder-Farm

Die 1150 Meter über Normalnull gelegene Rieder-Farm – 26 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche (LN), 2,5 Hektaren Wald, 18 Alprechte, 35 Düngergrossvieheinheiten (DGVE) und 1200 Legehennen – wird als Familienunternehmen von Lina und Göpf Rieder (Betriebsleitung) und ihrem Sohn Reto (Meisterlandwirt/Bergführer/Skilehrer) geführt: «Kurze Entscheidungswege, eine gesunde Risikobereitschaft, der persönliche Einsatz in der Produktion und im Verkauf, gepaart mit unkonventionellen Ideen und einer Macher-Mentalität sorgen dafür, dass Chancen rasch wahrgenommen werden.» Es seien hier nicht einfach eine Produktion aufgebaut, sondern gleichzeitig Kunden gewonnen, die Auslieferung optimiert, Möglichkeiten für die Promotion ausgenutzt und der Kontakt zur Öffentlichkeit mit viel Geschick gepflegt worden: «Dabei sind Zielpublikum und Kundenkreis präzis definiert, die Konkurrenzsituation ist evaluiert und die Nische im Markt genau abgesteckt.»

Betriebsleiter Göpf Rieder im Gespräch mit einem seiner Kunden, dem Spiezer Bellevue-Hotelier Erwin Maurer

«Die in Aussicht stehenden politischen Veränderungen und der zunehmend unaufhaltbare Preiszerfall auf allen Ebenen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse unseres Berglandwirtschaftsbetriebes mit angegliederter Legehennenhaltung und einer Sömmerungsalp zwang zur Suche nach Möglichkeiten die Wertschöpfung der eigenen Urproduktion zu erhöhen», war von dem im Winter auch als Skilehrer tätigen Betriebsleiter Göpf Rieder heute Donnerstag bei einer Besichtigung seines Betriebes zu erfahren: «Vor allem der Ertrag des Talkontingentes entspricht zunehmend nicht unseren Vorstellungen,obschon unsere silofreie Milch in der AG-eigenen Dorfkäserei angenommen wird.» Das Alpmilchkontingent von zirka 17'000 Kilogramm – auf dem Alpbetrieb (1750/2100 Meter über Meer) seien zwei Frauen angestellt – verarbeite die Rieder-Farm bereits vollumfänglich zu «Berner Alpkäse» und «Alpraclette». Die Vermarktung werde schon seit zehn Jahren grösstenteils selber über Private sowie Detailhandel und Restaurants abgewickelt. Zirka 50 Laib gingen jährlich an die Migros. «Für die Eiervermarktung gründeten wir vor drei Jahren mit zwei Partnern in der Region Obersimmental/Saanenland eine GmbH, die ‹Golden Ei›; sie verkauft in vorgenanntem Gebiet zirka eine Million Eier über die gleichen Kanäle.» Die Beschaffung der Junghennen und der Futtereinkauf geschähen gemeinsam.

Blieb laut Göpf Rieder noch das Talkontingent von zirka. 42'000 Kilogramm Milch in der Wertschöpfung zu optimieren. Ernsthaft sei seit Januar 2002 nach Möglichkeiten gesucht und nach Prüfung verschiedener Varianten eine Mehrfachkombination gewählt mit Schwergewicht zur Produktion von Rahmglace aus Frischprodukten vom eigenen Betrieb gewählt worden: «So können zusätzlich zur Milch auch noch die hofeigenen Eier optimal als weiteres Qualitätsmerkmal der Glace beigefügt werden.» Im Winter werde in einem mit Gas geheizten Kupferkessi sporadisch Raclettekäse und Doppelrahmkäsli auf Wunsch auch mit Nüssen fabriziert. Als Schwankungspuffer würden noch IP-Suisse-Label-Mastkälber gehalten. So könne die gesamte Milch auf dem Betrieb verwendet werden. Der Verkauf der Glace werde selbst bearbeitet und in die Marktregion Simmental, Saanenland, Thunerseeregion mit den Talschaften von Frutigen, Adelboden und Kandersteg geliefert: «Heute fähren wir bereits eine wöchentliche Liefertour Richtung Wimmis Spiez, Thun, dann via Interlaken um den See, nach Aeschi, Frutigen, Adelboden und solange der Hahnenmoospass befahrbar ist, über diesen wieder nach Lenk.»

In Absprache mit den kantonalen Lebensmittelinspektoren sei bereits im September 2002 in voller Eigenleistung ein konformer Produktionsraum als provisorische Übergangslösung eingerichtet und am 20. Oktober 2002 zur ersten Charge der Rahmglaceproduktion übernommen. Die Maschine, ein italienisches Fabrikat, sei über eine holländische Firma importiert worden, welche auch die Rezepte liefere und die nötigen Zusatzprodukte gemäss Bedarf laufend zustelle: «Für frisches Obst und frische Beeren sind wir selber besorgt.»

Schon längere Zeit ist laut Göpf Rieder eine Holzschnitzelheizung als Ersatz der bald 30jährigen Scheitholzheizung vorgesehen. Eine Gebäudeerweiterung speziell für die Glace- und Käseproduktion – die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund 232'350 Franken – sei in diesem Sommer in Angriff genommen worden.

Zu Beginn habe die Rieder-Farm die Glace in der näheren Umgebung in Kühlboxen mit ihrem betriebseigenen Allradfahrzeug verteilt. Auf Februar 2003 sei ein mobiler 200-Liter-Tiefkühlschrank mit Anschlüssen für 12 und 230 Volt auf dem Campermarkt gebraucht gekauft und hinten ins Allradfahrzeug gestellt worden: «Aus Hygieneaspekten und nicht zuletzt auch als PR wurde im Mai nun eine Allradvan-Occasion gekauft, mit unserem Betriebslogo verziert und der Tiefkühler in den Van umplaziert.» So sei Raum geschaffen worden um weitere Produkte mitzunehmen und das andere Fahrzeug bleibe dem Betrieb verfügbar. Im übrigen sei entsprechend der Planung gehandelt worden. Mit dem ersten Mastkälberumtrieb sei bereits Anfang September 2002 begonnen worden. Zugunsten des Glaceverkaufs habe der Betriebsleiter während den Wintermonaten weitgehend auf die Erteilung von Skiunterricht verzichtet: «Die zunehmende Nachfrage auf die Sommersaison verlangt jetzt zu unseren Arbeitskapazitäten zusätzlich eine Frau, die aushilfsweise zwei bis drei Tage pro Woche bei der Glaceproduktion eingesetzt wird.»

Die Philosophie des Familienunternehmens war laut Göpf Rieder immer, ein absolutes Spitzenprodukt in Bezug auf Qualität und Service auf den Markt zu bringen: «Wir waren uns auch bewusst, dass gerade Milch und Eier zur Verarbeitung äusserste Sorgfalt in Bezug auf Hygiene beanspruchen und somit nur seriöses Arbeiten erlaubt. Die Degustationen in Deutschland und Holland sowie Vergleiche von Produkten bestehender Anbieter bestärkten uns, unsere Neukreation im oberen Preissegment anzusiedeln – gerechtfertigt durch die Verwendung von absolut frischer hofeigener ‹Wiesenmilch› (silofrei), den frischen eigenen Eiern und den absolut natürlichen Vollfrüchten. Gemischt mit den nötigen italienischen Zutaten erreicht unsere Glace die unverkennbare fruchtige Cremigkeit und wird so für unsere Kunden zur regionalen Delikatesse.» Es stünden 330 Rezepte für Rahmglace und Sorbets zur Verfügung wovon die Rieder-Farm bereits 44 Sorten im Standardsortiment an Lager führe.

«Die Vorzüge wie persönlicher Kontakt, kurze Anfahrtswege, die Regionalität des Produkts und das Wissen des Kunden, dass er zum Erhalt der regionalen Wertschöpfung beiträgt sind uns in Gesprächen sehr wichtig», führte Göpf Rieder im weiteren aus: «Unser Kunde soll zum Partner werden, denn auch er soll durch unser Produkt Erfolg haben. Seine Wertschöpfung kann er mit unserer Glace einfach erreichen weil in einem Fünfliterbehälter 40 bis 50 Glacekugeln mehr drin sind als bei Industrieglace wo bis zu 20 Prozent Luft eingeschlossen ist, die dann beim Schöpfen verdrängt wird.» Gleichzeitig sei an ausgewählte Restaurants ein Briefversand mit Voranmeldung zur telefonischen Terminfixierung für eine unverbindliche Degustation getätigt worden. So hätten in Abständen von jeweils 14 Tagen – mit Beginn an der Lenk – sechs bis zehn Restaurants und Hotels angeschrieben und besucht werden können: «Besonderes Erfolgserlebnis waren die Bestellungen vom Fünfsternhotel Alpine Resort Lenkerhof.» Nach Besuchen im Simmental sei die Rieder-Farm jetzt in der Region Thun und Interlaken tätig: «Das Ziel ist, innert kürzester Frist im ganzen Verkaufsgebiet strategisch wichtige Häuser als Partner zu gewinnen um etwaige Konkurrenz fernzuhalten: eine gewinnträchtige Partnerdichte erwarten wir in zwei Jahren zu erreichen.»

Eine Kräuterkultur von Maurice und Marie-Christine Masserey in Darnona/Venthône auf 840 Meter über Meer.

«Bio-Alp-Tea» der Genossenschaft Valplantes

Die über hundert Kräuterbauern der Genossenschaft Valplantes im Unterwallis arbeiten laut Emmental Versicherung seit Jahren zusammen: «Sie haben einen hohen Marktanteil und ihre Produkte finden in Arznei- und Kosmetikprodukten wie auch in den weltberühmten «Ricola›-Bonbons Verwendung.» Der Wille neue Möglichkeiten aufzuspüren, habe geholfen, den Ice-Tea-Trend auszunützen: «Der Aufwand, einen eigenen ‹Bio-Alp-Tea› zu entwickeln, wurden nicht gescheut, das optimale Infusionsverfahren gefunden, das Marketing selber entwickelt.» Die Notwendigkeit, professionelle Partner für die Produktion, Verpackung und Logistik zu finden, seien klar erkannt und die entsprechenden Lösungen gefunden worden. Die Lancierung von neuen Produkten sei in der Schweiz nicht einfach. Die Positionierung in den Distributionskanälen sei anspruchsvoll und der Weg in die Regale aufwendig. Valplantes habe eine Eigenmarke für Coop entwickelt. Sie sei regional erfolgreich: «Vielleicht verhilft der Agropreis zum Durchbruch und zum Platz in den Coop-Regalen der ganzen Schweiz.» Dann werde es möglich sein, die bereits verkaufte Menge von 1,3 Millionen Liter weiter zu steigern.

«Bio-Alp-Tea» aus dem Unterwallis: Bisher 1,3 Millionen Liter verkauft.

Anerkennungsurkunde: Familien Wittwer für Energie aus Gülle

Eine besondere Anerkennung spricht laut einer Medienmitteilung die Jury den Gebrüdern Wittwer aus dem Schallenberg im Emmental aus. Mit ihrer Biogasanlage produzierten sie nicht nur wertvollen Strom, sondern entsorgten auch umweltgerecht Schlachtabfälle. Sie nutzten diese organischen Ressourcen für ihre Stromproduktion und sicherten sich mit den Entsorgungsgebühren einen guten Verdienst: «Auf einem sonst (zu) kleinen Hof auf über 1000 Meter über Meer finden so zwei Familien ihr Einkommen und können zusätzlich Arbeitskräfte einem Nebenerwerb nachgehen.»


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