Donnerstag, 2. Oktober 2003
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Spitäler FMI AG: Erstes regionales Schmerzzentrum im Kanton Bern

fmi/S. Der Leiter des neugeschaffenen Schmerzzentrums der aus den Spitälern Frutigen, Meiringen und Interlaken gebildeten Spitalgruppe FMI AG, Dr. med. Ralf Pfeifer hat seinen Dienst am Spital Interlaken in Unterseen am 1. September 2003 aufgenommen. Dieses erste regionale Schmerzzentrum im Kanton Bern soll nach FMI-Angaben wie geplant ab Mitte Oktober offiziell den Betrieb aufnehmen.

Der Leiter des neuen FMI-Schmerzzentrums am Spital Interlaken in Unterseen, der Algesiologe Ralf Pfeifer. (Bild zvg)

Sprechstunde werde an zwei Tagen der Woche angeboten, verlautet dazu. Patienten würden auf Zuweisung der regional tätigen Ärzte behandelt. Zu Pfeifers Aufgabenkreis gehöre auch die interventionelle Tätigkeit und Arbeit mit den stationären Patienten am Spital Interlaken. Es sei ferner vorgesehen, dass Pfeifer den FMI-Spitalstandorten Meiringen und Frutigen zwei Tage im Monat zur Verfügung stehe.

Die FMI-Spitalbehörden hatten laut einer Medieninformation im Frühjahr 2003 entschieden, dass am Spital Interlaken in Unterseen ein Schmerzzentrum entstehen soll. Dieser Entscheid sei nach Konsultationen mit dem ärztlichen Bezirksverein, das heisst den regional niedergelassenen Ärzten erfolgt. Die neugeschaffene Stelle für einen leitenden Arzt sei dem Institut für Anästhesie und Intensivmedizin angegliedert worden: «Aus einer grossen Zahl kompetenter Bewerbungen wird Dr. med. Ralf Pfeifer gewählt und mit dem Aufbau des Zentrums betraut.» Er sei einer der ganz wenigen Spezialärzte, welche Epiduroskopien durchführten. Bei diesem Verfahren werde die Situation in der Nähe des Rückenmarks und seiner Nerven optisch dargestellt. So könnten Schmerzen verursachende Veränderungen festgestellt werden, die mit andern Methoden verborgen blieben. Pfeifer bringe Erfahrung im Aufbau einer Schmerzklinik nach Interlaken.

Pfeifer hatte nach FMI-Angaben seine Ausbildung in Anästhesie und Intensivmedizin an der Klinik der Stadt Heilbronn absolviert und anschliessend an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale gearbeitet. Dort sei er mit dem Aufbau und der Leitung einer Schmerzambulanz betraut worden. Er sei anschliessend Oberarzt und stellvertretender Chefarzt des Zentrums für Anästhesie, Intensivmedizin und Algesiologie der Krankenhäuser des Märkischen Kreises gewesen: «In dieser Funktion etablierte und leitete er die Schmerzambulanz des Zentrums. Es folgte die Arbeit als selbständiger Anästhesist und Schmerztherapeut in Lüdenscheid und Lennestadt und schliesslich die Leitung der Algesiologie der Lungenklinik Hemer.» Pfeifer sei Mitglied der Kommission zur Implantation von SCS- und Medikamentenapplikationssystemen: «Er bildet in Deutschland angehende Schmerzspezialisten (Algesiologen) aus und ist Prüfungsexperte.»

Dringender Handlungsbedarf für Schmerzbehandlungen

Noch warteten zu viele Patienten mit chronischen Schmerzen auf eine Facheinrichtung, die sich gezielt ihrer Leiden annehme, verlautet im weiteren. Vor allem Langzeitpatienten bräuchten eine konstante Behandlung. Das gelte auch für die Bevölkerung der FMI-Spitalregion: «Der Ausbau eines nahe gelegenen Angebots ist deshalb dringend nötig.» Bei Pfeifers Amtsantritt seien alle niedergelassenen Ärzte der Region informiert worden. Es sei darauf hingewiesen worden, dass sich der neue Spezialarzt zuerst mit den Gegebenheiten des Spital vertraut machen und anschliessend das Zentrum aufbauen werde: «Trotzdem melden die Kollegen bereits täglich schwerbelastete Patienten zur Schmerzbehandlung an.» Auch seien Pfeifer bereits mehrere Patienten aus Deutschland nach Interlaken gefolgt, um hier behandelt zu werden.

Kooperationen

Geplant ist laut der Medieninformation eine regelmässige Schmerzkonferenz für regional niedergelassene Ärzte, wo Problemfälle vorgestellt und mit Pfeifer und weiteren Fachleuten diskutiert werden könnten. Eine enge Zusammenarbeit mit PD Dr. Michele Curatolo, Spezialarzt für Algesiologie am Inselspital Bern sei ebenfalls vorgesehen. Das neue Schmerzzentrum sei eine wertvolle Ergänzung der Behandlungsmöglichkeiten von Patienten der Spitäler FMI AG: «Das Angebot soll langfristig nicht auf die Region beschränkt bleiben, sondern bei entsprechendem Interesse einem weiteren Umfeld zugänglich sein.»

Koordination der interdisziplinären Behandlung

Die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen benötige oft ein interdisziplinäres Vorgehen, wird im weiteren ausgeführt: «Der Algesiologe hat in diesem Fall die einzelnen Behandlungsschritte wie internmedizinische Abklärungen, chirurgische Intervention, Unterstützung durch Psychiater und Physiotherapeuten oder Neurologie zu koordinieren.» Das Spektrum der Behandlungen sei sehr gross. Es reiche von der Akupunktur über Medikamente bis zum Einpflanzen von schmerzlindernden Geräten. Die Abklärungen für die richtige Behandlung seien zeitaufwendig: «Wenn die Informationen beim Algesiologen zusammenfliessen, gewährleistet koordiniertes Eingreifen auch einen rascheren Behandlungserfolg.» als ältestes bestehende Zentrum wird der Kirschgarten in Basel genannt. Die grösste Klinik sei in Nottwil. Sehr erfolgreich sei der Schmerzdienst am Spital Morges (VD). Im Kanton Bern werden seit einigen Jahren am Inselspital Schmerzbehandlungen angeboten. Das von Michele Curatolo geleitete Zentrum diene vor allem dem Universitätsspital.

Warum Spezialisten für Schmerztherapie?

Meistens sind Schmerzen wie sie jeder schon einmal gehabt habe laut Ralf Pfeifer vorübergehend oder sie könnten mit einer gezielten therapeutischen Massnahme durch den Hausarzt oder einen Facharzt erfolgreich behandelt werden. Schmerzen können aber auch chronisch werden, das heisst, der Schmerz verliere seinen biologischen Sinn und verselbstständige sich. Wir benötigten den akuten Schmerz um vor einer potentiellen oder bereits eingetretenen Schädigung unseres Körpers gewarnt zu werden: «Je länger ein Schmerzzustand dauert, um so wahrscheinlicher ist es, das sich der Schmerz von seiner Ursache löst und sich «einbrennt» – das sogenannte Schmerzgedächtnis wird aktiviert.» Dieser Vorgang dauere in der Regel einige Tage bis Wochen, in Ausnahmefällen seien allerdings auch schon kurze Aktivierungszeiten von wenigen Stunden registriert worden. Aus diesem Grunde sollte eine Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten mit den Spezialisten für Schmerztherapie innerhalb kürzester Zeit nach Erkrankungsbeginn erfolgen: «Aufgabe des Spezialisten für Schmerztherapie ist es demnach entweder zu verhindern, dass ein akuter Schmerz chronifiziert oder den bereits chronisch gewordenen Schmerz zu behandeln.»

In der Rangliste chronischer Schmerzen führen laut Pfeifer Rücken- und Kopfschmerzen. Danach folgten Schmerzen bei Krebserkrankungen und sogenannte Nervenschmerzen, wie sie bei der Gürtelrose oder bei einer Trigeminusneuralgie aufträten. Eine weitere Ursache für chronische Schmerzzustände seien schwere Durchblutungsstörungen: «Meine Spezialgebiete im Rahmen der schmerztherapeutischen Versorgung umfassen diese fünf wichtigsten Ursachen chronischer Schmerzzustände.» An verfahrenstechnische Möglichkeiten, die für viele Schmerzpatienten neue Hoffnung bringen könnten, führt Pfeifer an: «Selbst wenn andere bildgebende Verfahren keine krankhaften Befunde ergeben, kann man teilweise mit den Verfahren der Epidurographie und Epiduroskopie schmerzverursachende Befunde aufsuchen, darstellen und gegebenenfalls therapieren. Sollte es notwendig sein, können über die Anlage eines Katheters schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente direkt an Ort und Stelle der Schmerzentstehung gebracht werden. In ausgewählten Fällen kann auch die Einbringung einer Elektrode oder eines Dauerkatheters, verbunden mit einer Medikamentenpumpe, schwerste Schmerzzustände lindern.» Diese Verfahren können zusätzlich neben den konventionellen Diagnostik- und Therapieverfahren der Schmerzmedizin im FMI-Spital Interlaken angeboten werden: «Bei allen schmerztherapeutischen Ansätzen ist allerdings immer die enge Zusammenarbeit zwischen dem Spezialisten für Schmerztherapie, Haus- und Fachärzten, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten und nicht zuletzt dem Patienten selbst ein Garant für eine optimale Versorgung und Prognose der Schmerzkrankheit.»


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