Montag, 6. Oktober 2003
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Brienz: Erster Weltkongress der Dampfbetriebe und Touristenbahnen 

ds/bns. Mit dem Ziel, die internationale Dampfbetriebsszene und die Tourismuseisenbahnbranche zusammenzubringen, wollen im Hotel «Giessbach» in Brienz an einem heute Montag offiziell eröffneten viertägigen Kongress an die 80 Fachleute aus aller Welt gemeinsam die gegenwärtige und zukünftige Wirtschaftslage besprechen und analysieren.

Kongressteilnehmer aus fast allen Kontinenten im Grandhotel Giessbach. (Fotos Dora Schmid-Zürcher)

Der Kongress unter dem Patronat der Europäischen Föderation der Museums- und Touristikbahnen (Fedecrail)beinhaltet nach Angaben der Veranstalter auch ein Messeelement, auf welchem Kongressteilnehmer mit einem eigenen Stand ihre Organisation, ihre Anliegen und ihre Eisenbahn vorstellen können – am ersten Tag exklusiv den Konferenzteilnehmern und am zweiten Tag zusätzlich der Öffentlichkeit. – Die Idee, zum ersten Mal überhaupt einen internationalen Kongress und eine globale Zusammenkunft der weltweiten Dampfbetriebe und Touristenbahnen zu haben, stammt nach Angaben von Christian Kiefer, Schweizer Kongressinitiant und Marketingleiter der Brienz–Rothorn-Bahn AG (BRB)aus Argentinien, genauer gesagt aus Feuerland, am südlichsten Zipfel des südamerikanischen Landes. An den Kongress eingeladen worden – detailliertes Programm siehe unter www.alpenregion.ch/dampfcongress.htm– seien Vertreter und Direktoren von Dampfbahnen, Mitglieder und Gründer von Museumsbahnen und Erhaltungsvereinen, Kuratoren von Eisenbahnmuseen, Hersteller von Rollmaterial und touristischen Bahnfahrzeugen, Vertreter der Eisenbahnfachpresse und anderer Medien, Manager von touristischen Eisenbahnen, Leiter von Bahnreiseanbietern und Eisenbahnferienveranstaltern sowie private Eisenbahn- und Dampfenthusiasten. Der Kongress sei eine Konzeption der «Bahn am Ende der Welt – Tren del Fin del Mundo», der südlichsten Eisenbahn der Welt, welche in der Nähe der Stadt Ushuaia ihren Betrieb habe (www.trendelfindelmundo.com.ar). Aus wirtschaftlichen und politischen Gründen sei der erste Weltkongress der Dampfbetriebe und Touristenbahnen dann aber in die Schweiz verlegt worden: «Durch Schweizer Vermittlung und durch die Initianten Christian Kiefer (Chef Marketingleiter der Brienz–Rothorn-Bahn AG (BRB) und Roger Waller (Geschäftsleiter der Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik DLM AG in Räterschen bei Winterthur) konnte es dann erfolgreich eingerichtet werden, dass die eigentliche Austragung und Ausführung des Ereignisses in der Schweiz stattfindet, international zentral gelegen für alle, und am historischen und weltberühmten Brienzer Rothom, das schon immer der Dampfberg und der Dampfbetrieb der Schweiz war.» Die BRB sei in dem Sinne auch ein für den Kongress sehr passender Gastgeber, da sie doch weltweit die einzige Bahn sei, welche Dampflokomotiven aus drei Generationen und aus drei völlig verschiedenen Epochen besitze: «Am Rothorn fahren nämlich nicht nur historische Dampflokomotiven aus den 1890er und 1930er Jahren, sondern auch neue, wirtschaftlich günstige und umweltfreundliche Dampflokomotiven, welche in den 1990er Jahren durch die Schweizerische Lokomotivfabrik Winterthur (SLM),  erbaut wurden.»

Aufmerksame Zuhörer bei der offiziellen Eröffnung des Kongresses am Montagvormittag.

Weltweit sehen sich die Dampfbetriebe laut den Ausführungen von Christian Kiefer an einer Medienorientierung angesichts schwindender Reserven an wirtschaftlich abbaubarer Kohle unter anderem vor Problemen bei der Beschaffung von Kohle in den nächsten 50 Jahren. Steigende Personalkosten, der Unterhalt und kostspielige Ersatzteile für das zum Teil über 100jährige Rollmaterial zählten ebenfalls zu den gemeinsamem Problemen der Dampfbranche. Zudem drohe die Gefahr – Kiefer nannte als Beispiel die in ihrer Existenz gefährdeten Darjeeling Himalayan Railways – dass mit dem Verschwinden von Dampfbahnen wertvolles Kulturgut verlorengehe. So ergäben denn Finanzierungsprobleme bei der Erhaltung von älteren Dampflokomotiven und der Versuch gegenseitig Lösungen aufzuzeigen am Kongress viele Diskussionspunkte.

Die Brienzer Gemeinderätin Annelise Zimmermann überbrachte im Grandhotel Giessbach die Grüsse des Tagungsortes.

Als Beispiel für einen Versuch, alte Dampflokomotiven preisgünstig zu restaurieren, führte Kiefer die im Jahr 1889 eröffnete Achenseebahn (Meterspur-Zahnradbahn) an, deren Dampflokomotiven mit über 110 Dienstjahren zu den ältesten, fahrplanmässig im Einsatz stehenden Dampflokomotiven der Welt gehörten. Die Achenseebahn AG habe als erste einen Kupferkessel durch einen Stahlkessel ersetzt. Am Kongress sollen auch in ersten Gesprächen Möglichkeiten erörtert werden, wie die Dampfbahnen weltweit kollektiv bei der Unesco als Weltkulturerbe eingebracht werden könnten. Kiefer äusserte im weiteren die Hoffnung, der erste Weltkongress in Brienz trage Früchte und werde weiterhin etwa alle zwei bis drei Jahre auch in anderen Ländern stattfinden. 

Christian Kiefer, Schweizer Kongressinitiant und Marketingleiter der Brienz–Rothorn-Bahn AG.

Bei der Begrüssung der rund 80 Teilnehmer aus einem guten Dutzend Ländern wies Kiefer aber auch auf kleinere und grössere Probleme im Betrieb von Dampfbahnen hin: Als aktuellestes Beispiel nannte Kiefer sein eigenes Unternehmen: Weil am Brienzer Rothorn am Wochenende an die 50 Zentimeter Neuschnee gefallen seien, habe der Betrieb bis zur Räumung vorübergehend eingeschränkt werden müssen. Deshalb müsse das ursprünglich heute Montagabend auf dem Rothorn vorgesehene Abendessen ins Grandhotel Giessbach verlegt werden. Die Strecke Planalp–Rothorn Kulm bleibe voraussichtlich bis Donnerstag, 9. Oktober 2003 gesperrt. Die Züge fahren laut BRB nach einem Bedarfsfahrplan bis Mittelstation Planalp. – Mit Naturgewalten, wie sie mitunter die Existenz einer Bahn bedrohen könnten, habe zurzeit die mit der BRB verschwisterte Oigawa-Bahn in Japan zu kämpfen, welche die mit Brienz verschwisterte Stadt Kanaya mit dem 65 Kilometer entfernten Ikawa verbindet: Weil ein Erdrutsch das Trassee verschüttet habe, sei der Direktor der Bahn an der Teilnahme am Kongress in Brienz verhindert. – Etwas anders geartet sei ein Problem, mit dem eine australische Dampfbahn zu kämpfen habe: In grosser Anzahl auftretende Tausendfüssler bildeten auf den Schienen einen schmierigen Belag, wenn sie von den Eisenbahnrädern zermalmt würden.


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