Freitag, 27. April 2001
Die Felsbewegungen haben deutlich zugenommen
Grimselstrasse: Die Situation im Felssturzgebiet «Chapf» wird beobachtet
aid/S. Die am späteren Mittwochvormittag im Bereich des Felssturzgebiets «Chapf» gesperrte Grimselstrasse ist seit gestern Donnerstag um 14 Uhr wieder offen. Die Felssturzgefahr ist laut einer Medienmitteilung jedoch nicht gebannt: Die Felsbewegungen hätten seit Anfang April deutlich zugenommen. Die Lage werde laufend beobachtet: «Mit kurzfristigen Sperrungen muss gerechnet werden.» Für den Fall eines Felssturzes habe der Kanton bereits Vorkehrungen getroffen.
Die Felsbewegungen am «Chapf lagen laut der Medienmitteilung von heute Freitag in den letzten Wochen über den im vergangenen Jahr festgelegten Grenzwerten: «Die fortlaufende Beurteilung der Situation ergab jedoch noch keine akute Felssturzgefahr.» Die Strasse sei deshalb offen geblieben. In der Nacht auf Mittwoch, den 25. April 2001 hätten die Bewegungen nochmals stark zugenommen. Zudem seien aussergewöhnliche Erschütterungen festgestellt worden. Diese hätten sich am Mitttwoch Vormittag wiederholt. Darum sei die Kantonsstrasse ab 11 Uhr gesperrt und der Verkehr über die Notumfahrung umgeleitet worden. Die Grimselstrasse habe für die folgende Nacht gesperrt bleiben müssen. Am Donnerstag morgen habe die Situation im Anrissgebiet überprüft werden können. Die festgestellten Signale seien durch kleine Felsstürze und abstürzenden Nassschnee ausgelöst worden: «Nachdem die Bewegungen wieder kleiner wurden und starke Erschütterungen ausblieben, konnte die Strasse gestern Donnerstag, 26. April 2001 um 14 Uhr wieder freigegeben werden.»
Die Felssturzgefahr im betreffenden Gebiet bestehe aber nach wie vor,
verlautet im weiteren: «Die Felsbewegungen haben seit Anfang April
– siehe auch Bericht «Wieder verstärkte
Felsbewegungen an der Grimselpassstrasse» vom Mittwoch, 11.
April 2001 – deutlich zugenommen und inzwischen Werte erreicht, wie sie
von den Abstürzen im vergangenen September gemessen wurden.»
Die Verantwortlichen beobachteten die Lage genau. Mit vorsorglichen Strassensperrungen
müsse weiterhin gerechnet werden. Auskunft über den Strassenzustand
erteile die Hotline, Telefon 033 982'23'45. Vorsorglich habe der Kanton
Vorkehrungen für die Beseitigung der Folgen eines Felssturzes getroffen:
«Zwei Bauunternehmungen in der Region erhielten den Auftrag, die
nötigen Geräte und Maschinen dauernd bereit zu halten, um nach
einem Felssturz die Strasse möglichst rasch wieder räumen zu
können.» Zudem seien umfangreiche Abklärungen für
den Bau eines allfälligen Schutztunnels im betreffenden Gebiet in
Auftrag gegeben worden.
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