Mittwoch, 11. April 2001
Wieder verstärkte Felsbewegungen an der Grimselpassstrasse
aid/S. Die Felsbewegungen im Gebiet «Chapf» oberhalb der Grimselpassstrasse haben sich wieder verstärkt. In nächster Zeit muss deshalb laut einer Medienmitteilung vermehrt mit mehrstündigen Sperrungen der Strasse zwischen Innertkirchen und Guttannen gerechnet werden.
Wie
im vergangenen Herbst – unser Bild zeigt die am Montag, 4. September 2000
an der Grimselpassstrasse ausgangs Innertkirchen errichtete und am darauf
folgenden Sonntag wieder aufgehobene Strassensperre – muss vermehrt mit
mehrstündigen Strassensperrungen infolge Absturzgefahr oder gar mit
Abstürzen gerechnet werden. (Foto: Peter Schmid)
Mit einsetzendem Tauwetter haben sich nach Angaben des kantonalen Tiefbauamtes die Felsbewegungen am «Chapf» wieder verstärkt und Werte erreicht, wie sie vor den Abstürzen im letzten Herbst – siehe unter anderem auch Berichte «Grimselpassstrasse bleibt vorderhand gesperrt» vom Donnerstag 21. September 2000, «Grimselpassstrasse seit zehn Uhr wieder offen» vom Freitag, 22. September 2000 und «Grimselpassstrasse nach Felssturz für einige Tage gesperrt» vom Montag, 4. September 2000 – gemessen worden seien. Im Moment stiegen die Werte bei nasser Witterung stark an: «In der kommenden Zeit muss im Interesse der Sicherheit vermehrt mit mehrstündigen Strassensperrungen infolge Absturzgefahr oder gar mit Abstürzen gerechnet werden.» Über den Zeitpunkt einer Wiedereröffnung nach einer Sperre ohne Absturz werde von Fall zu Fall entschieden. Der Entscheid, die Kantonsstrasse zu sperren beziehungsweise eine Sperrung wieder aufzuheben, liege in der Kompetenz des kantonalen Strasseninspektorats Oberland Ost. Das Gebiet oberhalb der Fangnetze, die Aelauenenstrasse und die Wanderwege seien gesperrt: «Das übrige gefährdete Gebiet ist insbesondere bei intensiven Niederschlägen zu meiden.» Für die lokale Bevölkerung bestehe im Falle einer Strassensperre eine Notumfahrung über Unterstock mit lichtsignalgesteuertem Einbahnbetrieb. Nähere Auskünfte erteile die Hotline des Gemeindeführungsorgans Innertkirchen, Telefon 033 982'23'45.
Seit Jahren werden laut Medienmitteilung im Gebiet «Chapf»
oberhalb der Grimselpassstrasse zwischen Innertkirchen und Guttannen Felsbewegungen
beobachtet. In der ersten Hälfte des Jahres 1999 – siehe auch Bericht
«Akute
Felssturzgefahr an der Grimselpassstrasse / Felssturz-Warnanlage für
rund 320'000 Franken um ein Jahr vorgezogen» vom Mittwoch,
14. Juli 1999 – hätten sich die Felsbewegungen beschleunigt. Das kantonale
Tiefbauamt habe daraufhin im Felssturzgebiet eine Warnanlage installiert,
die die Felsbewegungen überwache. Die Anlage sei mit einer Lichtsignalanlage
gekoppelt. Im Gefahrenfall werde die Kantonsstrasse automatisch gesperrt.
Im vergangenen Herbst seien im Gebiet «Chapf» verschiedene
kleinere Felsstürze niedergegangen, die durch die Steinschlagnetze
aufgefangen worden seien. Die Passstrasse sei daraufhin während mehreren
Tagen gesperrt worden. Die Netze seien inzwischen wieder repariert. Bedingt
durch die tiefen Temperaturen im Winter seien die Felsbewegungen am Chapf
zurückgegangen. Während der Wintermonate habe der Kanton im Felssturzgebiet
weitere automatische Distanz- und Erschütterungsmesser installiert:
«Dadurch können die Bewegungen der beiden Felspakete noch exakter
beobachtet werden.»
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