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Thuner Schlossberg: Im günstigsten Fall Baubeginn im Herbst

Die Schlossberg Thun AG möchte möglichst rasch mit der Realisierung von Sanierungs- und Umbauarbeiten an den Liegenschaften des Thuner Schlossbergs beginnen. Im günstigsten Fall wäre ein Baubeginn im Herbst dieses Jahres und eine Inbetriebnahme der Gebäude im Herbst 2013 möglich.

pd/bns. Demnächst will laut einer Medienmitteilung die Schlossberg Thun AG, Baurechtnehmer der Stadt Thun, ihr Baugesuch für die bevorstehenden Sanierungs- und Umbauarbeiten an den Liegenschaften des Thuner Schlossbergs einreichen. Schwerpunkte seien ein neuer Eingangsbereich und zusätzliche Ausstellungsräume für das Schlossmuseum sowie ein Restaurant, Lounges, eine Winebar und Cafeteria im Neuen Schloss, ein Hotel im alten Gefängnis, Seminarräume für die Weiterbildung von Kaderangehörigen kleiner und mittlerer Unternehmen, eine Kindertagesstätte sowie Wohnungen: «Das vom Thuner Gemeinderat unterstützte Bauprojekt der Schlossberg Thun AG erfüllt hohe städtebauliche Qualitätsanforderungen und ist das Ergebnis mehrerer Workshops und Sitzungen mit Vertretern der Stadt Thun, Fachleuten und Organisationen.»

Der Unternehmer Hans-Ulrich Müller und seine Schlossberg Thun AG wollen in den nächsten Tagen beim Regierungsstatthalter von Thun ein detailliertes Umbau- und Sanierungsprojekt für die Liegenschaften auf dem Thuner Schlossberg einreichen. Saniert und umgenutzt werden sollen das neue Schloss, in dem früher die Gerichtsbehörden waren, das alte Gefängnis, das ehemalige Regierungsstatthaltergebäude und das sogenannte Abzugshaus. «Der mittelalterliche Donjon, das eigentliche Schloss (einschliesslich Schlosshof), gehört nicht zum Baurechtsperimeter, den die Schlossberg Thun AG Ende 2010 mit der Stadt Thun vertraglich vereinbart hat.»

Bauprojekt entspricht bisher bekannten Absichten
Stadtpräsident Raphael Lanz: «Der Gemeinderat unterstützt dieses Bauprojekt, das sowohl dem Baurechtsvertrag als auch dem bereits bekannten Nutzungskonzept entspricht. Die Auflagen, dass der Schlossberg öffentlich zugänglich bleibt, für das Schlossmuseum bessere Bedingungen geschaffen werden, die touristische Attraktivität erhöht wird und ein respektvoller Umgang mit dem städtebaulich bedeutenden Wahrzeichen Thuns garantiert ist, sind erfüllt.»

Das Umnutzungsprojekt sei das Ergebnis eines aufwendigen Qualitätssicherungsprozesses verlautet im weiteren: «Nachdem im vergangenen Sommer fünf Workshops mit Vertretern der Schlossberg Thun AG, den Architekten, der Stiftung Schlossmuseum, der kantonalen Denkmalpflege, dem archäologischen Dienst des Kantons Bern, den städtischen Vertretern und externen Fachleuten durchgeführt wurden, arbeitete ein kleineres Gremium unter Einbezug des Berner Heimatschutzes das Projekt weiter aus.»

Gesamteindruck der Schlossanlage bleibt gleich
Der Gesamteindruck der historischen Schlossanlage soll laut Hans-Ulrich Müller nicht verändert werden. An den eigentlichen historischen Gebäudestrukturen und Aussenhüllen seien keine wesentlichen baulichen Veränderungen vorgesehen. Das demnächst öffentlich aufliegende Bauprojekt der Schlossberg Thun AG besteht im Einzelnen aus folgenden Teilvorhaben: «Im Neuen Schloss entstehen ein neuer Eingangsbereich für das Schlossmuseum mit Museumsshop und Schliessfächern, weitere Räume für Wechselausstellungen sowie ein Büro der Museumsleitung. Vom neuen Eingangsbereich des Museums im Parterre ist ein direkter Zugang in die neu gestalteten Ausstellungsbereiche im untersten Bereich des Donjons möglich. Anlässe im Rittersaal werden wie bisher über die Haupttreppe bedient. Im Erdgeschoss des Neuen Schlosses wird ein Restaurant mit 64 Sitzplätzen in den bestehenden Räumen eingerichtet. Ein zum Schlosshof geöffnetes Café lädt zum Verweilen ein.»

Im Untergeschoss des Neuen Schlosses befinde sich eine Winebar mit Ausgang auf die ebenerdige Terrasse. Der erste Stock diene hauptsächlich dem KMU-Forum mit dem KMU-Campus. Hier sollen sich KMU-Kaderleute treffen, vernetzen und weiterbilden können. Die Gruppenräume und der moderne Plenarsaal könnten auch von Vereinen und Privaten gemietet werden. Im zweiten Obergeschoss soll der denkmalpflegerisch und historisch wertvolle Dachstuhl wieder sichtbar gemacht werden: «Hier werden eine Whisky- und Cigar-Lounge, eine Unternehmerlounge, ein Ausstellungsraum sowie zwei Gruppenräume angeboten.»

Die grössten Veränderungen betreffen laut der Medienmitteilung das alte Gefängnis: Es soll zu einem Hotel mit 15 immern und einem kleinen Wellnessbereich umgestaltet werden: «Die Zellen werden aufgehoben, pro Stock gibt es fünf Zimmer, die – entgegen der heutigen Zellenlage – auf den Schlosshof ausgerichtet sind. Jedes Zimmer wird mit einem Glaserker ausgestattet.» Der Dachausbau, in den Workshop-Diskussionen lange das Pièce de résistance, sei so konzipiert, dass die beiden Turmdächer wieder besser zur Geltung kommen: «Durch eine schmale Fensterfuge wird das neue Dach von der bauhistorisch bedeutenden Ringmauer losgelöst. Dadurch kommt dieser Mauerabschluss wieder zu seiner vollen Geltung.»

Behindertengerecht
In dieses Gebäude soll ein Lift eingebaut werden, der für Hotelgäste und Gäste des Neuen Schlosses benutzbar ist. Hans-Ulrich Müller: «Es ist der Schlossberg Thun AG ein grosses Anliegen, den Schlossberg auch behindertengerecht zugänglich zu machen und diesen für alle Menschen zu erschliessen.» Die Schloss Hotel Thun AG ist laut der Medienmitteilung im Besitz der Mehrheitsaktionäre Paul und Marthe Ringgenberg, Hans-Ulrich Müller sowie dem Architekten-Ehepaar Alexandra und Stefan Hofschneider-Bonazzi. Die Schloss Hotel Thun AG ist Mieter der Räumlichkeiten von der Schlossberg Thun AG.

Im Regierungsstatthalteramt sei die Kindertagesstätte «Gampiross» bereits eingezogen, verlautet im weiteren. Der Baurechtsvertrag soll für diese zusätzliche Nutzung entsprechend angepasst werden: «Im ersten Stock sowie unter dem Dach entstehen – mit minimalem Sanierungsaufwand – zwei Mietwohnungen: «Da für die Dachwohnung mehr Licht benötigt wird, sind zusätzliche Lukarnen vorgesehen, welche die bestehende Struktur des Dachstuhls respektieren.»

Das Abzugshaus – zwischen Statthalteramt und Stadtkirche – enthält laut der Medienmitteilung zwei Wohnungen, die bereits vermietet seien. «Die Umgebung – der Gefängnishof, die Aussenräume des Regierungsstatthalteramtes und rund um das Neue Schloss – wurde unter Beizug eines Landschaftsarchitekten sorgfältig geplant.» Unter anderem soll die Geländetopografie rücksichtsvoll in die Gestaltung der Terrasse am Fuss des neuen Schlosses einbezogen werden: «Für das KMU-Forum und die Mietwohnungen entstehen Aussensitzplätze, die sich harmonisch in das Gebäudeensemble fügen.»

Erschliessungskonzept ohne zusätzliche Parkplätze
Grosse Sorgfalt sei in das Erschliessungskonzept für den Schlossberg investiert worden, denn Mehrverkehr soll trotz der zusätzlichen Nutzungen auf dem Schlossberg nicht entstehen, heisst es in der Medienmitteilung. Die Zahl oberirdischer Parkplätze – insgesamt sechs – werde gegenüber heute nicht erhöht. Hans-Ulrich Müller: «Was das Parkieren für Anwohner und Besucher betrifft, setzen wir auf das geplante Schlossberg-Parking.» Die Schloss Hotel Thun AG habe zudem an der Burgstrasse 2 eine Liegenschaft erworben, zu der auch unterirdische Parkplätze gehörten. Sie sollen das Parkplatzproblem bis zur Realisierung des Schlossberg-Parkings mildern.

Baugesuch wird im April eingereicht
Das Baugesuch für den Umbau und die Sanierung des Schlossbergs soll im April 2012 beim Regierungsstatthalteramt Thun eingereicht werdem: «Die Unterlagen liegen dann im Auflageraum des Bauinspektorates der Stadt Thun an der Industriestrasse 2 öffentlich auf. Weitere Informationen über www.thun.ch/schlossberg

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