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Montag, 15. Mai 2000

Oberbau der MS Rothorn demontiert

Brienzerseeschiff  MS Rothorn für den Transport in die Niederlande bereitgestellt

S. In der Werfthalle Interlaken Ost ist in den vergangenen Tagen – siehe auch Bericht «Auf der Strasse und auf dem Rhein in die Niederlande» vom Dienstag, 2. Mai 2000 – der Oberbau des im November 1998 ausser Dienst gestellten und in die Niederlande verkauften 50 Jahre alten Brienzersee-Motorschiffs  «Rothorn» demontiert  worden. Die Schale des 39 Meter langen Zweideck-Salonschiffs soll nach Angaben von Peter Ochsenbein, Leiter des BLS-Schiffsbetriebs Thuner- und Brienzersee auf der Strasse nach Basel transportiert und dann von dort aus in die Niederlande verschifft werden.

Die Schiffsschale der in die Niederlande verkauften MS Rothorn ist in der Werfthalle Interlaken Ost für den Strassentransport nach Basel bereitgestellt worden. (Foto: Peter Schmid)

Ursprünglich war vorgesehen gewesen, das inzwischen fast auf den Tag genau  50 Jahre alte Schiff – die Jungfernfahrt hatte genau vor einem halben Jahrhundert, am 15. Mai 1950 stattgefunden – zu verschrotten. Ihre letzte Fahrt absolvierte die MS Rothorn am 22. November 1998 im Rahmen von Tagen der offenen Tür in der Brienzersee-Werft in Interlaken Ost, wo die Öffentlichkeit Gelegenheit hatte, sich über den Stand der Arbeiten an der zuvor in einer spektakulären «Züglete» vom Thunersee auf den Brienzersee verlegten MS Jungfrau zu informieren. Die Verlegung der MS Jungfrau – die Gesamtkosten für den Umzug und den Umbau betrugen rund 3,5 Millionen Franken – erlaubte es der BLS, die seit dem Jahr 1950 auf dem Brienzersee verkehrende MS Rothorn aus dem Betrieb zu nehmen. Das Schiff sei in einem hundsmiserablen Zustand, technisch «nicht mehr aufmotzbar» und sein weiterer Einsatz sei auch betriebswirtschaftlich nicht zu verantworten, war damals vom heutigen Direktor der BLS Lötschberg AG, Mathias Tromp – siehe auch Bericht «Verkaufsverhandlungen sind weit fortgeschritten / Schicksal des stillgelegten Brienzersee-Motorschiffs Rothorn noch nicht entschieden» vom Mittwoch, 27. Januar 1999 – zu erfahren. Tromp, damals stellvertretender BLS-Direktor, konnte aber schon zu jenem Zeitpunkt ankündigen, dass die MS Rothorn voraussichtlich – entgegen den ursprünglichen Absichten – nicht verschrottet, sondern an eine Privatperson in den Niederlanden verkauft werden soll.

Die MS Rothorn: Zweideck-Salon-Motorschiff auf dem Brienzersee im Einsatz von 1950 bis 1998. – Erbauer: Firma Herbosch, Antwerpen (Belgien), nach dem Linienriss von Ing. A. J. Ryniker, Basel und Plänen von Escher-Wyss, Zürich. – Jungfernfahrt: 15. Mai 1950. – Länge über alles: 39 Meter  – Breite über alles: 6,1 Meter. – Tiefgang beladen: 1,37 Meter. – Gewicht beladen: 125 Tonnen. – Höchstgeschwindigkeit 25 Stundenkilometer. – Antrieb: Sulzer-Schiffsdieselmotor 4TW 24, 300 PS, max. Drehzahl 500 U/min. – Propeller: Vierflügelig, Durchmesser 1250 Millimeter. – Besatzung: 3 Mann. – Gefahrene Kilometer: 475'000 (9700 Kilometer/Jahr). – Umbauten: 1965 Verlängerung Oberdeck, 1983 Vergrösserung Salon Unterdeck. – Zugelassene Passagiere: 400, davon 80 Innenplätze. – Letzte öffentliche Fahrt auf dem Brienzersee: 22. November 1998.

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