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Freitag, 5. Mai 2000

Aufruf zur Schutzimpfung gegen die Kaninchenkrankheit VHK

S. Ob Hauskaninchen oder «Schmusetiere» – die drei Kaninchenzüchtervereine auf dem Bödeli – Interlaken, Matten und Wilderswil – appellieren an die Kaninchenhalter, alle ihre Tiere vorsorglich gegen die auch Chinaseuche genannte tödliche Kaninchenkrankheit VHK zu impfen.

Die hochgradig ansteckende «Chinaseuche» kann alle Kaninchen treffen –  ob gross oder klein und gleich welcher Rasse. (Foto: Peter Schmid)

Im Jahre 1999 hat die als virale hämorrhagische Krankheit (VHK), Chinaseuche, X-Krankheit, RHD oder INH bekannte Kaninchenseuche laut einem Schreiben der drei Kaninchenzüchtervereine im Raum Bödeli unbarmherzig zugeschlagen: «Gegen hundert Tiere verendeten qualvoll in ihren Ställen oder Boxen.» Zwar sind nach Angaben von Kantonstierarzt Christian Huggler in jüngerer Zeit keine Meldungen eingegangen, wonach die Kaninchenseuche im Kanton Bern erneut aufgetreten wäre, doch könne er den Aufruf der Züchtervereine an die Tierhalter, ihre Kaninchen alljährlich impfen zu lassen, nur unterstützen.

Den drei Kaninchenzüchter-Vereinen auf dem Bödeli ist es laut dem Schreiben von Rudolf Jäggi, Sekretär des KZV Interlaken und Umgebung ein grosses Anliegen und auch Bedürfnis, die Bevölkerung zu sensibilisieren: Die Kaninchenhalter werden aufgerufen, «dass sie bezüglich dieser Kaninchenkrankheit doch bitte alle ihre Hauskaninchen oder Schmusetiere von einem ortsansässigen Tierarzt vorsorglich Schutzimpfen lassen». Die Krankheit habe eine kurze Inkubationszeit. Bei einem Krankheitsbefall würden die Tiere elendiglich unter qualvollen Schmerzen verenden, und selbstverständlich könne auch das Fleisch nicht mehr verwendet werden: «Tote Kaninchen müssen einem Tierarzt gemeldet werden.» Auch im saubersten Stall könne diese Krankheit auftreten: «Dabei trifft es eben nicht nur organisierte Züchter sondern ebenfalls andere Hauskaninchenhalter.» Sämtliche Ausstellungstiere, die an eine Kaninchenausstellung gehen, seien obligatorisch zu impfen: «Nicht geimpfte Tiere dürfen an keine Ausstellung eingeliefert werden.»

In ihrem Aufruf an die Kaninchenhalter stützen sich die drei Züchtervereine auf Unterlagen des Kaninchenexperten und Tierarztes Martin König, wonach diese hochgradig ansteckende Krankheit in grossem Ausmass erstmals im Jahr 1984 in China in Angora-Zuchtständen aufgetreten sei. Die Übertragung dieser Kaninchenkrankheit könne durch Gerätschaften, Futter, Wasser, Blut, Kleider, Fliegen, Fahrzeuge und andere Haustiere erfolgen: «Als eigentliche Massnahme und einzige Rettung der Tiere gegen diese Kaninchenkrankheit gibt es zurzeit nur eine aktive subkutane Schutzimpfung gesunder Kaninchen durch einen Tierarzt.» Geimpfte Kaninchen bildeten nachher selber Schutzstoffe gegen das Galicivirus. Dieses Virus zeige eine grosse Wirtsspezifität. Es befalle unter den Haustieren nur das Kaninchen: «Der Mensch ist für dieses Virus zum Glück nicht empfänglich.»

In der Schweiz ist die Viruserkrankung VHK früheren Medienberichten zufolge erstmals im Jahr 1988 aufgetreten, und zwar im Tessin. Sie befalle Kaninchen und Hasen, wobei sowohl Zuchttiere als auch wildlebende Tiere erkranken könnten: «Die Viren lösen eine Leberentzündung aus, die sehr oft tödlich verläuft und hoch ansteckend ist.» Dabei könne die Krankheit auch vom Menschen auf das Tier übertragen werden. Menschen erkrankten aber nicht an dieser Seuche. Empfänglich seien vor allem Jungtiere von sechs bis acht Wochen: «Sie leiden unter Fressunlust, Atemprobleme, Blauverfärbungen von Haut und Schleimhäuten, nervösen Krämpfen und Nasenbluten.» Der Schweizerische Rassenkaninchenzucht-Verband (SRKV) hat laut den Berichten bereits im Jahr 1995 die Impfpflicht für Ausstellungstiere eingeführt und dabei darauf hingewiesen, dass die Tiere spätestens 14 Tage vor der Ausstellung geimpft werden sollten.

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