Berner Oberland News
Aktuelle Frontpage (http://www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Mittwoch, 24. Mai 2000

«Adventure World» deponiert die Bilanz

S. Der Verwaltungsrat der Freizeit Aktiv AG («Adventure World») mit Sitz in Wilderswil hat laut einer Medienmitteilung am 22. Mai 2000 beschlossen, die Bilanz zufolge Überschuldung beim zuständigen Konkursrichter des Gerichtskreises XI Interlaken-Oberhasli zu deponieren. Der Konkursrichter sei am 23. Mai 2000 benachrichtigt worden.

Das im Jahr 1975 mit Investitionen von rund 3,3 Millionen Franken gebaute, Ende Juni 1998 definitiv stillgelegte und Anfang 1999 rückwirkend auf 1. Juli 1998 an «Adventure World» vermietete Hallenbad Wilderswil. (Archivbild: Peter Schmid)

Nach Prüfung der ingereichten Unterlagen, insbesondere der Zwischenbilanz vom 22. Mai 2000, hat der Konkursrichter nach Angaben des geschäftsleitenden Gerichtspräsidenten Hans-Peter Schürch den Verwaltungsrat der Freizeit Aktiv AG («Adventure World») gestützt auf Artikel 725 Absatz 2 Obligationenrecht aufgefordert, unverzüglich eine Zwischenbilanz sowohl zu Fortführungs- als auch zu Veräusserungswerten zu erstellen und der Revisionsstelle zur Prüfung vorzulegen. Über die Eröffnung des Konkurses über die Freizeit Aktiv AG («Adventure World») werde der Konkursrichter des Gerichtskreises XI Interlaken-Oberhasli erst nach Eingang dieser zusätzlichen Unterlagen befinden können: «Die Öffentlichkeit wird durch eine Medienmitteilung informiert werden.»

Kurz nach dem tödlichen Bungy-Jumping-Unfall eines 22-jährigen US-Amerikaners am Samstag, 13. Mai 2000 in Stechelberg hatte die Veranstalter-Firma «Adventure World» bekanntgegeben, sie habe den Betrieb bis auf weiteres eingestellt. Gegen zwei Mitarbeiter von «Adventure World», welche sich zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls als Begleitpersonen in der Seilbahnkabine aufgehalten haben – siehe auch Bericht «Mit zu langem Seil in den Tod gesprungen / The victim's rope was too long» vom Montag, 15. Mai 2000 – ist durch das Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet worden: «Diese beiden Personen sind nicht am Canyoning-Unfall vom 27. Juli 1999 beteiligt, bei welchem 21 Personen ums Leben gekommen waren.»

Das Freizeitsportunternehmen «Adventure World» – Riverrafting, Bungy-Jumping und Canyoning – hatte das Ende Juni 1998 definitiv stillgelegte, während längerer Zeit erfolglos zum Verkauf ausgeschriebene Hallenbad Wilderswil rückwirkend auf 1. Juli 1998 gemietet. Das bereits zuvor in dem Gebäude eingemietete Freizeitsportunternehmen – siehe auch Bericht «Kostendeckende Miete rückwirkend auf 1. Juli 1998» vom Dienstag, 5. Januar 1999 – hatte damals mit einem für sieben Jahre abgeschlossenen Mietvertrag nach Angaben der Hallenbad Wilderswil AG auch die übrigen Räumlichkeiten und Anlagen wie Restaurant und Minigolf übernommen. Eine Wiederaufnahme des Badebetriebes war jedoch nicht vorgesehen.

Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 (33) 821 10 61 und Fax +41 (33) 821 10 64 / Handy  +41 (79) 427 45 78 / Wohnung (privat) +41 (33) 821 10 60 / Postcheckkonto 40-71882-7

Zurück an den Seitenanfang