Berner Oberland News
Aktuelle Frontpage (http://www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Dienstag, 30. Mai 2000

Ab Anfang Juni wieder Canyoning im Saxetbach

Schlucht des Saxetbachs als Memorial-Park «nicht realisierbar»

aid/S. Die Vertreter von Bund, Kanton Bern, Gemeinde Wilderswil, Berner Oberland Tourismus und der Canyoning-Anbieter haben an einem weiteren Treffens eine erneute Lagebeurteilung des Canyoningangebots im Saxetbach und der Trendsportaktivitäten vorgenommen. Dabei haben sie laut einer Medienmitteilung davon Kenntnis genommen, dass die Firma «Adventure World» – siehe auch Bericht «Adventure World deponiert die Bilanz» vom Mittwoch, 24. Mai 2000 – beschlossen habe, sämtliche Aktivitäten einzustellen, und dass die Firma «Alpin Raft» das Angebot Anfang Juni wieder aufnehme: «Die Arbeiten an einer unabhängigen Sicherheitsprüfung auf der Grundlage international anerkannter Standards werden zielstrebig vorangetrieben.»

«I will lift up mine eyes unto the hills»: Gedenkstein mit den Namen der Opfer des Canyoning-Unglücks vom 27. Juli 1999. Die Schlucht des Saxetbachs soll zwar nicht in einen umfassenden Memorial-Park umgestaltet werden, doch wird möglicherweise der Ort rund um den Gedenkstein zu einem kleinen Park erweitert. (Foto: Peter Schmid)

Das Unternehmen «Alpin Raft», heisst es in der Medienmitteilung, «das am Unfall vom 27. Juli letzten Jahres zwar nicht beteiligt war, jedoch aus Rücksicht gegenüber den Angehörigen der Unfall-Opfer den Canyoning-Betrieb seither eingestellt hatte, wird seine Aktivitäten Anfang Juni wieder aufnehmen». Alpin Raft hatte anlässlich eines Treffens vom 18. Mai ein gemeinsames Gespräch mit den Vertretern der australischen Opfern geführt. Letztere sind über die Wiederaufnahme der Tätigkeit von Alpin Raft direkt informiert worden. Am 18. Mai 2000 hätten sich die Behörden- und Tourismusvertreter mit Vertretern der australischen Opfer zu einem vertieften und offenen Gespräch zusammengefunden: «Sowohl die Angehörigen der Opfer wie auch Bund, Kanton Bern und Gemeinde Wilderswil haben dieses Treffen geschätzt und erachten es als einen wertvollen Schritt zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses.» Diskutiert worden sei dabei auch der Wunsch der australischen Angehörigen, die Schlucht des Saxetbachs in einen umfassenden Memorial-Park umzugestalten: «Die bernischen Behörden verstehen die Gefühle der Angehörigen, welche diesem Wunsch zu Grunde liegen, halten jedoch dessen Umsetzung für nicht realisierbar.» Hingegen unterstützten sie den Vorschlag, den Ort rund um den Gedenkstein an das Unglück zu einem kleinen Park zu erweitern. Entsprechende Abklärungen würden zurzeit auf Stufe Gemeinde vorgenommen.

Gestützt auf das Tourismusförderungsgesetz sind laut Medienmitteilung für die Ausbildung der Guides im Canyoning durch das kantonale Amt für wirtschaftliche Entwicklung einmalige Beiträge aus dem Tourismusfonds ausgerichtet worden: «Zudem konnten in Absprache mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft vom Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit des Kantons Bern Kurzarbeitsentschädigungen bewilligt werden.» Die Richtlinien des Bundesamtes für Sport für die Ausbildung von Canyoning-Guides lägen nun vor und seien auch an die Vertreter der australischen Opfer weitergeleitet worden: «Es kann mit Befriedigung festgestellt werden, dass in kurzer Zeit ein wichtiger Schritt zur weiteren Verbesserung der Sicherheit im Canyoning erreicht worden ist. Mit dem Vorschlag einer unabhängigen Sicherheitsüberprüfung von Trendsportangeboten initiiert der Kanton Bern den nächsten Schritt.»

Für eine künftige Verbesserung der Sicherheit der Trendsportarten werde der Kanton Bern ein von der Volkswirtschaftsdirektorin, Regierungsrätin Elisabeth Zölch-Balmer vorgestelltes Modell weiter entwickeln. Zentraler Bestandteil dieses Anliegens sei eine unabhängige Überprüfung der Sicherheit durch eine neutrale Stelle, welche ihre Beurteilung auf Grund international anerkannter Standards und Normen vornehme. Die Erfüllung der Sicherheitsstandards soll gegenüber den Konsumenten durch ein Label oder Zertifikat dokumentiert werden: «Ziel ist es, zusammen mit den Tourismusorganisationen, den Anbietern sowie Sicherheitsorganisationen und -experten bis zur Saison 2001 diese unabhängige Überprüfung zu ermöglichen.»

Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 (33) 821 10 61 und Fax +41 (33) 821 10 64 / Handy  +41 (79) 427 45 78 / Wohnung (privat) +41 (33) 821 10 60 / Postcheckkonto 40-71882-7

Zurück an den Seitenanfang