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Dienstag, 16. Mai 2000

Erste Canyoning-Richtlinien treten in Kraft

vbs/S. Eine vom Bund eingesetzte Projektgruppe hat Richtlinien für die Ausbildung der Canyoning-Guides und deren Anwendung in der Praxis erarbeitet: Diese Richtlinien treten laut einer Medienmitteilung für die kommende Saison provisorisch in Kraft.

Die vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) eingesetzte Projektgruppe setzt sich laut Medienmitteilung aus Vertretern des Bundesamtes für Sport (BASPO), von Anbietern, des Schweizerischen Bergführerverbandes, der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) sowie einem juristischen Berater zusammen: «Sie hat Richtlinien für die Ausbildung erarbeitet, die nun verfeinert und sukzessive umgesetzt werden. Erste Kurse der Stufe 1, organisiert durch die Swiss Outdoor Association (SOA) sowie den Schweizerischen Canyoning-Verband (SCV) hätten bereits stattgefunden; Einstufungsprüfungen fänden vom 22. bis 25. Mai 2000 im Tessin statt. Kurse der Stufen 2 und 3 sollen im nächsten Herbst beziehungsweise im Frühling 2001 folgen.

Andererseits sei ein sogenannter Canyoning-Kodex für die Anbieter erstellt worden, der Sicherheit und Qualität der kommerziellen Tätigkeit fördern soll: «Er regelt unter anderem Gruppengrösse und Leitereinsatz, stellt Anforderungen an Sicherheitsmassnahmen sowie Absprachen mit Anstössern und anderen Canyon-Benützern, verpflichtet die Anbieter zu umweltschonendem Verhalten und definiert die abzuschliessenden Versicherungen.»

Die Richtlinien sollen laufend angepasst und aufgrund der Erfahrungen der ersten beiden Jahre auf 2002 in die definitive Form gebracht werden: «Ein parallel dazu erarbeiteter Canyoning-Natur-Kodex (federführend sind der Schweizerische Alpenclub und Mountain Wilderness) wird dabei in die Richtlinien integriert.» Er soll die Anliegen sowohl von Natur- und Umweltschutz als auch der Anbieter für eine nachhaltige Nutzung der schweizerischen Schluchten unterstützen. Der Canyoning-Natur-Kodex verlange insbesondere Nutzungspläne für regelmässig begangene Schluchten, die Respektierung von naturschutzbedingten Einschränkungen und besondere Sorgfalt unterwegs.

Diese Richtlinien stellten keine gesetzliche Grundlage dar, heisst es im weiteren: «Sie bilden jedoch den Massstab für die Sorgfaltspflicht der Anbieter und werden auf diese Weise zum Tragen kommen.» Auf nächstes Jahr soll zudem ein Label für Anbieter geschaffen werden, die diese Anforderungen erfüllten. Im Sinne einer Übergangslösung könnten Anbieter ab Juni diesen Jahres eine freiwillige Deklaration unterschreiben, in der sie sich zum Einhalten der Richtlinien verpflichteten. Die Liste dieser Unternehmen soll im Internet veröffentlicht werden (www.SwissOutdoorAssociation.ch).

Die Projektgruppe des Bundes wird laut Medienmitteilung den Aufbau der Ausbildungen weiter begleiten, die Umsetzung des Kodex steuern und die Vergabe des Labels für nächstes Jahr regeln: «Im Laufe des Jahres wird der Bund ebenfalls einen nationalen Workshop initiieren, in welchem zusammen mit Kantonen, Anbietern und weiteren Interessierten eine Lagebeurteilung betreffend Extrem- und Risikotätigkeiten in der Natur vorgenommen und eventueller Handlungsbedarf geklärt werden soll.» Die oben erwähnten Dokumente könnten über die Homepage des Bundesamtes für Sport in Magglingen (www.baspo.ch) abgerufen werden.

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