Montag, 3. Juli 2000
Bahn statt Bus zwischen Thun und Spiez beantragt
Mehrkosten von gut einer Million Franken im Vergleich zum Busbetrieb
aid/S. Der Regionalverkehr zwischen Thun und Spiez soll – geht es nach der vorberatenden Kommission des bernischen Grossen Rates – weiterhin mit Bahn statt Bus und zudem im Halbstundentakt betrieben werden. Dieser Antrag hat laut einer Medienmitteilung bei geplanten Gesamtkosten von 162 bis 165 Millionen Franken Mehrkosten von gut einer Million Franken jährlich zur Folge.
Auch
künftig auf der Schiene statt auf der Strasse? Bild: Der Regionalzug
aus Thun hält an der Station Spiezmoos Nord. (Fotos: Peter Schmid)
«Die vorberatende Kommission des bernischen Grossen Rates hat mit ihrer klaren Zustimmung zum Angebotsbeschluss über den öffentlichen Verkehr für die Fahrplanperioden 2001 bis 2005 ein Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr abgelegt», heisst es in der Medienmitteilung. Gegenüber der Regierungsvorlage würden einige Änderungen beantragt: «Insbesondere soll der Regionalverkehr zwischen Thun und Spiez weiterhin mit Bahn statt Bus und zudem im Halbstundentakt betrieben werden.» Dieser Antrag habe bei geplanten Gesamtkosten von 162 bis 165 Millionen Franken Mehrkosten von gut einer Million Franken jährlich zur Folge.
Der
Regionalzug Richtung Thun auf der Station Spiezmoos Süd.
Der Regierungsrat hatte in seiner Vorlage an den Grossen Rat beantragt, den Regionalverkehr zwischen Thun und Spiez – siehe auch Bericht «Busse anstelle von Regionalzügen zwischen Spiez und Thun / Das Angebot im öffentlichen Regionalverkehr in den Jahren 2001 bis 2005» vom Dienstag, 25. April 2000 – auf Bus im Halbstundentakt umzustellen, statt ihn wie bisher auf der Schiene im Stundentakt mit punktuellen Verdichtungen zu beitreiben. Die vorberatende Kommission beantragt laut Medienmitteilung nun dem Plenum des Grossen Rates mit knapper Mehrheit, den Verkehr auf der Schiene zu belassen und ihn gleichzeitig zum integralen Halbstundentakt auszubauen: «Sie will damit der Bahn die Chance geben, ein neues Konzept einzuführen, welches heutige Schwachstellen eliminiert.» Diese Lösung führe zu Mehrkosten von gut einer Million Franken im Vergleich zum Busbetrieb.
Stadt Bern: Matte- und Marzilierschliessung durch Kanton prüfen
Eine Aufnahme der abendlichen Erschliessung des Stadtberner Matte- und Marziliquartiers ins kantonale Grundangebot soll laut Medienmitteilung nach dem Willen einer knappen Mehrheit der Kommission geprüft werden: «Die Stadt Bern betreibt diese Buslinie heute auf eigene Kosten, um für die betroffenen Quartiere auch nach Betriebsschluss von Mattelift und Drahtseilbahn eine öffentliche Erschliessung zu ermöglichen.»
Laupen–Flamatt: Regierungsantrag unterstützt
Die Kommission unterstütze den Antrag der Regierung, die Strecke Laupen–Flamatt nur noch stündlich mit dem Zug zu erschliessen und dafür ergänzend eine neue Buslinie Laupen–Neuenegg–Thörishaus einzuführen, heisst es im weiteren: «Einen Antrag auf Beibehaltung des heutigen Systems hat sie laut Medienmitteilung abgelehnt.»
Behinderte integrieren – Betriebszeiten überprüfen
Die Kommission will im Angebotsbeschluss grundsätzlich festhalten, dass der öffentliche Verkehr möglichst behindertenfreundlich zu gestalten ist. Die Zugänglichkeit für Menschen mit verschiedenen Arten von Behinderungen soll laut Medienmitteilung verbessert werden: «Dem bestehenden Gesetzesauftrag will die Kommission damit grösseres Gewicht verleihen.» Im weiteren verlange die Kommission, dass die heutigen Betriebszeiten zwischen 5.30 und 24 Uhr überprüft werden. In speziellen Fällen sollen Nachtlinien sowie Frühkurse vom Kanton finanziert werden können.
Schwerpunkte festlegen
Im Angebotsbeschluss legt der Grosse Rat laut Medienmitteilung alle vier Jahre die Schwerpunkte der künftigen Entwicklung des Angebots im öffentlichen Regional- und Ortsverkehr fest: «Er bestimmt in Kenntnis der Kosten Liniennetz, Art des Verkehrsmittels (Bahn oder Bus) und Fahrplandichte auf den einzelnen Linien.» Der vorliegende Beschluss führe im Wesentlichen das bisherige Angebot weiter. Nur in einzelnen Gebieten seien – abgestimmt auf die Nachfrage – gewisse Änderungen geplant.
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