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Montag, 13. Dezember 2004
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Oberried: Baueingabe für Quellfassungssanierung

An seinen letzten beiden Sitzungen hatte sich der Gemeinderat von Oberried noch mit baulichen und organisatorischen Belangen zu befassen. Eine Sanierung der Quellfassung ist dringend notwendig. Der Bahnhofumbau sollte nun in der nächsten Zeit vollendet werden.

Die Felsenquelle in Ebligen muss dringend saniert werden. (Bild zvg)

Die Wasserversorgung der Gemeinde Oberried wird primär durch die Quellfassung im Mattengraben beim Ortsteil Ebligen sichergestellt. In den letzten fünf Jahren wurde ein Rückgang der Quellschüttung um zirka 200 Liter in der Minute fesgestellt. Dies hat die Gemeinde bewogen, bauliche Massnahmen zur Sicherung der gefassten Wassermenge und der Verhinderung weiterer Wasserverluste in die Wege zu leiten. Die Quelle tritt im Mattengraben bei Ebligen auf einer Kote von zirka 670 Meter über Meer als Felsquelle aus. Anstehend sind Kalke und kalkige Schiefer des Helvetikums (untere Kreide). Diese sind im Gebiet des Brienzergrates stark verfaltet und lokal verkarstet. Das Bergwasser folgt dem Karstsystem des Brienzergrates und tritt an Störzonen im Fels als Quellen aus. Die Quellschüttung beträgt maximal 2000 Liter in der Minute, welche im Winterhalbjahr auf 800 Liter in der Minute zurückgehen kann. Die Qualität des Quellwassers ist ausgezeichnet und erfüllt die Anforderungen an Trinkwasser.
Gemeindeschreiber André Chevrolet, Oberried
Das Einzugsgebiet der Quelle ist ohne weitergehende Untersuchungen schwer abzuschätzen, liegt aber im Bereich des Brienzergrates, wobei eine Alimentierung durch weiter entfernt liegende Karstsysteme nicht auszuschliessen ist.

Das Sanierungsprojekt umfasst folgende Arbeiten:

• Fassen des verlorenen Wassers im Graben mit Rohren.

• Vorbetonieren des abgelösten Felsteiles.

• Sichern der Massnahme mittels Felsanker im gesunden Fels.

• Verbreiterung und Sanierung des Zuganges zur Fassung.

• Erstellen einer Überdachung auf einer Länge von zirka 25 Meter im gefährdeten Bereich (gesicherter Zugang).

• Verbreiterung des Zugangs auf der Südseite und Erstellen eines Geländers.

• Erstellen einer neuen Wasserleitung bis zum Druckerhöhungsschacht.

Die Sanierung der Quellfassung ist dringend notwendig. Die kontinuierlich zunehmenden Wasserverluste sind, soweit möglich zu unterbinden. Der Zugang zur Wartung der Fassungsanlage ist ungenügend und je nach Witterung für das Personal der Wasserversorgung gefährlich oder gar unzugänglich. Die bestehende Fassung erfüllt die heutigen Anforderungen an eine Trinkwasserversorgung nicht mehr vollständig.

Bahnhofumbau

Auf Intervention des Gemeinderates hin, hat sich die SBB AG über die Bauverzögerungen beim Umbau des Bahnhofes Oberried geäussert. Sie macht geltend, dass nach der Projekteingabe beim Bundesamt für Verkehr (BAV) im November 2002 auf eine rasche Bewilligung gerechnet wurde. Das BAV hat dann aber im Laufe des Jahres 2003 von der SBB eine allgemein gültige Checkliste über alle Element verlangt und so das Verfahren weiter verzögert. Im November 2004 konnten nun die fehlenden Unterlagen eingereicht werden. Alle Vorkehrungen für ein sofortiges Erstellen der Elemente mit Unterstand seien getroffen. Die SBB gibt auch preis, dass sie – hätte sie von dieser langen Verzögerung Kenntnis gehabt – ein Provisorium erstellt worden wäre. Die SBB gibt dem Gemeinderat Hoffnung, dass die definitive Gestaltung des Bahnhofs Oberried rasch in Angriff genommen werden kann.

Personalverordnung

Der Gemeinderat nahm Kenntnis des Referendums von Stimmberechtigten der Gemeinde gegen die Neufassung der Personalverordnung, Anhang II, wo sie eine Ergänzung wünschen in dem Sinne, dass die Entschädigung der Lawinenwache zum Gemeindestundenlohn erfolgen solle. Obwohl die Formerfordernisse des Referendums nicht erfüllt sind, beschloss der Rat, das Geschäft für erheblich zu erklären und es entsprechend weiterzubehandeln. Ansonsten ist die Personalverordnung in Rechtskraft erwachsen und tritt auf 1. Januar 2005 in Kraft. Für das gesamte Gemeindepersonal wurden die Beurteilungs- und Fördergespräche durchgeführt. Für das Jahr 2005 wurden zahlreiche Zielvereinbarungen mit den Angestellten schriftlich vereinbart. Der Gemeinderat ist mit dem gesamten angestellten Personal sehr zufrieden.

Organisation

Im Jahre 2004 tagte der Gemeinderat Oberried an ordentlichen Sitzungen zwanzigmal, insgesamt rund 56 Stunden. Er behandelte dabei 273 Geschäfte, 51 Geschäfte mehr als vor einem Jahr. Die Abteilung Organisation, mit 78 Geschäften, war dieses Jahr die zeitaufwendigste und lag vor dem Ressort Bau mit deren 58 und Ressort Finanzen mit 54 Geschäften. Dazu kamen je nach Abteilung noch Kommissionssitzungen, Begehungen, Verhandlungen, Weiterbildung, Spezialsitzungen und Delegationen hinzu. – Auch im Jahr 2005 finden die Ratssitzungen jeweils alle 14 Tage am Dienstagabend statt.

Baubewilligungen

Der Gemeinderat erteilte oder beantragte folgende Baugesuche zur Bewilligung:

• Neuerstellung Kehrichtentsorgungsgebäude Ebligen, Gbbl. 1199, Areal Altes Schulhaus der Gemischten Gemeinde Oberried.

• Sanierung und Erweiterung Kehrichtentsorgungsgebäude Dörfli, Gbbl. 1515, der Gemischten Gemeinde Oberried.

• Einbau einer Küche und Fenster beim Wohnhaus Geb.Nr. 1C und Anbau Terrasse, Grauechsträsschen, Gbbl. 1394, Familie Peter und Sonja Stauffer.

• Einbau einer Ölfeuerungsanlage mit Aussenkamin beim Wohnhuas Geb.Nr. 125, Dörfli, Gbbl. 138, Hedwig Grossmann.

• Montage von Garagetoren, Gbbl. 1469, Triebacher, Familien Häberli und Durtschi.

• Weitere baupolizeiliche Massnahmen drängten sich auf gegen einen Grundeigentümer der ohne Baubewilligung gebaut hat.

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