Berner Oberland News
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Dienstag, 14. August 2001

27 Verhaftungen – erste Verurteilungen

Fahndungserfolge im Kampf gegen den Handel mit Thai-Pillen

pkb/S. Im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen den Handel mit Thai-Pillen hat die Kantonspolizei Bern seit Anfang vergangenen Jahres im Kanton Bern gegen 100'000 Pillen sichergestellt und 21 Personen festgenommen. Mit der Zerschlagung eines asiatischen Drogenhändlerrings ist nach Angaben des Bundesamtes für Polizei (BAP) an einer Medienorientierung in Bern von heute Dienstag, 14. August 2001 «der Schweiz europaweit der grösste Erfolg im Kampf gegen den Handel mit den extrem gefährlichen Thai-Pillen gelungen». Daran waren laut BAP 16 Kantone, Einheiten der Eidgenössischen Zollverwaltung sowie das BAP selber beteiligt.

Schweizweit wurden laut einer Medienmitteilung 102 Personen festgenommen und rund 450'000 Pillen sichergestellt. Die bisher grösste Sicherstellung von Thai-Pillen in der Schweiz – siehe auch Berichte «Rund 160'000 Thai-Pillen und andere Drogen verkauft» vom Freitag, 13. Oktober 2000 und «Bis zu irreparablen psychischen Störungen und Depressionen / Bundesamt für Polizei warnt vor Thai-Pillen» vom Freitag, 17. März 2000 – sei der Kantonspolizei Bern im Frühjahr 2000 in Biel gelungen: «Damals wurden 44'000 Pillen konfisziert.»

Die Situation im Kanton Bern sieht nach Angaben der Kantonspolizei im Bereich der Bekämpfung der Thai-Pillen wie folgt aus: Seit Herbst 1999 habe die Kantonspolizei Bern gestützt auf polizeiliche Erkenntnisse ein besonderes Augenmerk auf die damals erstmals auf dem Schweizer Markt aufgetauchte Droge gerichtet. In der Folge seien verschiedene Ermittlungsverfahren mit Schwergewicht in den Regionen Seeland und Bern-Mittelland geführt worden. Die meisten Verfahren seien noch hängig: «Die Ermittlungen im Kanton Bern haben zu insgesamt 27 Verhaftungen – 21 davon im Kanton Bern und sechs in anderen Kantonen und im Ausland – geführt.» Bei den Tätern handle es sich vorwiegend um Asiaten, aber auch um Schweizer mit guten Beziehungen zu Thailändern. Generell könne aber gesagt werden, dass der im Kanton Bern ermittelten Täterschaft der Handel von über 400'000 Thai-Pillen zur Last gelegt werde; davon hätten knapp 100'000 Thai-Pillen und andere Drogen sichergestellt werden können: «Ebenfalls sichergestellt werden konnten drei Pistolen und ein Schlagring.» Handel und Konsum der Droge beschränken sich nach Angaben der Kantonspolizei in der Zwischenzeit nicht mehr nur auf das Rotlichtmilieu, sondern griffen auch auf die Technoparty-Szene über: «Die heutigen Erkenntnisse der Kantonspolizei Bern lassen den Schluss zu, dass Handel und Konsum von Thai-Pillen im ganzen Kanton verbreitet sind.»

Mehrere Verurteilungen

Anfangs 2000 konnten nach Angaben der Kantonspolizei Bern in Biel bei mehreren Hausdurchsuchungen in einer gezielten Aktion rund 44'000 Pillen sichergestellt werden: «Der mutmassliche Haupttäter, ein inzwischen 32jähriger Schweizer, wurde im April dieses Jahres durch das Kreisgericht Biel-Nidau wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Geldwäscherei zu sechseinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.» Der Angeklagte hatte laut Medienmitteilung gestanden, in der Zeit von 1996 bis 2000 mindestens 191'000 Thai-Pillen gekauft und teilweise damit gehandelt zu haben. Seine damalige Freundin und heutige Ehefrau, eine 33jährige Thailänderin, sei als Gehilfin zu einer bedingten Gefängnisstrafe von sechseinhalb Monaten verurteilt worden. Das Kreisgericht Biel-Nidau habe auch den Fall eines thailändischen Paares beurteilt, welches sich wegen mehrfachen Betruges, der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der mehrfachen Geldwäscherei zu verantworten hatte: «Das Urteil lautete dreieinhalb Jahre Zuchthaus, acht Jahre Landesverweisung und eine Busse von 20'000 Franken für den Mann beziehungsweise 14 Monate Gefängnis bedingt und ebenfalls eine bedingte Landesverweisung von drei Jahren für die Frau. Gegen einige Urteile sei appelliert worden. «In einem weiteren Fall, in welchem die Einfuhr via Paketpost erfolgte, wurde ein thailändischer Angeklagter zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 16 Monaten verurteilt.»



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