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Montag, 13. August 2001

Privatabteilung am Spital Meiringen: «Noch viele Fragen offen»

pd/S. Von einem «Initiativkomitee zur Rettung des Bezirksspitals Oberhasli» präsentierte Vorschläge zur Eröffnung einer Privatabteilung am Spital Meiringen lassen nach Auffassung des Vorstandes des Spital- und Heimverbandes Oberhasli noch viele Fragen offen und seien deshalb keine Antwort darauf, wie die anstehenden Aufgaben gelöst werden könnten.

Spital Meiringen: «Standort Meiringen im Rahmen des Konzepts Spitäler FMI (Frutigen–Meiringen–Interlaken) unbestritten.» (Archivbild: Peter Schmid)

«Der Vorstand des Spital- und Heimverbandes Oberhasli hat sich in den vergangenen Tagen eingehend mit den von Dr. Eduard Hefti der Öffentlichkeit präsentierten Ideen des Initiativkomitees zu einer Privatabteilung am Spital Meiringen befasst», heisst es in der Medienmitteilung. Dazu stelle er fest, der Vorstand des Trägerverbandes habe keine Kenntnis von den Absichten Heftis gehabt und sei erst nach dessen öffentlicher Orientierung kontaktiert und informiert worden: «Eine vorherige Absprache oder eine gemeinsame Diskussion fand nicht statt.» Das «Initiativkomitee zur Rettung des Spitals Meiringen» erwecke den Eindruck, dass das Bezirksspital unmittelbar vor seiner Schliessung oder Liquidation stehe. Davon könne aus Sicht des Spitalvorstandes aber nicht die Rede sein. Der Standort Meiringen sei im Rahmen des Konzepts Spitäler FMI (Frutigen–Meiringen–Interlaken) unbestritten. Die diesbezüglichen Aktivitäten des Vorstandes würden von einer Arbeitsgruppe des Bezirksärztevereins unterstützt: «Die Patientenzahlen im ersten Halbjahr 2001 liegen im Rahmen des Vorjahres, die Finanzwerte fallen sogar leicht besser aus.» So lange der Bundesrat nicht über die weitere Entwicklung entschieden habe, betreibe das Spital auch die Geburtenabteilung im bisherigen Umfang auf hohem qualitativem Niveau weiter.

«Zahlreiche Fragen unbeantwortet»

Auch nach Einsicht der Komitee-Unterlagen bleiben für den Vorstand des Spital- und Heimverbandes zahlreiche Fragen unbeantwortet: «So bleibt unter anderem offen, inwiefern die von Dr. Hefti skizzierte Privatabteilung dazu beiträgt, das Spital Meiringen bei den allgemein versicherten Patientinnen und Patienten finanziell zu entlasten und damit das Betriebsdefizit zu senken.» Im Hinblick auf die anstehenden Probleme werde weder erwähnt, wie die übermässigen Dienste der Mitarbeiter (24-Stunden-Betrieb) abgebaut werden könnten noch konkret aufgezeigt, wie sich das vorgeschlagene Angebot in Bezug auf die Vorgaben des Kantons Bern, das neue Arbeitsgesetz und die Arbeitszeitenregelung für Assistenz- und Oberärzte verhalte.

«Falls die Ideen die Eröffnung eines eigenständigen Privatspitals beinhalten sollten, würde dies zu einer Konkurrenz-Situation insbesondere zum Bezirksspital selber, aber auch zur Kooperation FMI führen», heisst es in der Medienmitteilung im weiteren: «Dies widerspricht aber dem Konzept FMI und hätte zur Folge, dass die Behörden der Alpenregion Brienz-Oberhasli vor den Entscheid gestellt würden, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, oder aber den Vertrag FMI zu kündigen und auf eine Beteiligung an der in Vorbereitung stehenden Betriebsgesellschaft FMI zu verzichten. Der Regierungsrat des Kantons Bern dürfte die Aufnahme eines zusätzliches Privatspitals in Meiringen auf die Spitalliste allerdings ablehnen.»

Keine Kooperation mit Obwalden

In den von Hefti verlautbarten Vorschlägen wird laut Spital- und Heimverband Oberhasli eine enge Zusammenarbeit mit den Kantonen der Innerschweiz propagiert und auf die Unterstützung namhafter Persönlichkeiten hingewiesen. Belegt seien diese Aussagen aber nicht: «Die Abklärungen des Spital- und Heimverbandes Oberhasli haben ergeben, dass zurzeit weder die Regierung des Kantons Obwalden noch das Kantonsspital Obwalden in Sarnen eine Kooperation mit Meiringen befürworten und als sinnvoll erachten.» Derartige Zusammenarbeitsabsichten scheiterten laut Medienmitteilung bereits im Jahr 1997 an der Weigerung der Obwaldner Kantonsregierung, das Spital Meiringen auf die Spitalliste von Obwalden aufzunehmen. Neue Abklärungen bei der Obwaldner Gesundheits- und Fürsorgedirektion hätten ergeben, dass sich diese Haltung grundsätzlich nicht geändert habe. Der Kanton Obwalden orientiere sich in seiner Spitalpolitik zunehmend in Richtung Luzern.

«Einseitiger Gang an die Öffentlichkeit»

Aus den Unterlagen der Initianten der «Spital-Alpenregion AG» geht laut Medienmitteilung hervor, dass sich der Spitalvorstand dazu verpflichten soll, weder die Verhandlungsleiter der «Aktion zur Rettung des Bezirksspitals Meiringen» noch die Hasliberg Reha AG oder den Haslibergerhof dafür verantwortlich zu machen, falls das Vorhaben scheitern sollte: «Der Vorstand des Spital- und Heimverbandes Oberhasli ist dagegen der Ansicht, dass die Initianten mit ihrem einseitigen Gang an die Öffentlichkeit sowie dem ausgeübten politischen und zeitlichen Druck sehr wohl eine Verantwortung für ihre Vorschläge, für ihr Vorgehen und die damit ausgelösten Folgen tragen.» Der Spitalvorstand sei nach wie vor bereit, aktiv und engagiert an einer dem Bezirksspital und der Öffentlichkeit dienenden Lösung mitzuwirken: «Konstruktive Verhandlungen mit den Initianten können nach Ansicht des Spitalvorstandes aber erst dann geführt werden, wenn das Konzept überarbeitet und die wesentlichen Vorabklärungen durchgeführt sind.»



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