Berner Oberland News
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Freitag/Samstag, 10./11. August 2001

Riesen-Wandbild am alten Amtshaus in Interlaken

Öffentlicher Start der Kunstgesellschaft Interlaken in ihrem Einsatz für ein Kunst- und Kulturhaus

S. An der Westfassade des alten Amthauses in Interlaken ist ein riesiges Wandbild angebracht worden. Das zehnfach linear vergrösserte Gemälde von Ferdinand Hodler mit der Darstellung der drei Berner Oberländer Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau bildet laut einer Medienmitteilung den öffentlichen Auftakt der Kunstgesellschaft Interlaken (KGI) und des Vereins Kulturraum Oberland Ost (VKO) in ihrem Einsatz zur Schaffung eines Kunst- und Kulturhauses. Das Bild wird – zusammen mit anderen Artikeln aus dem Fundus der Kunstgesellschaft – an einem Stand am Interlakner  Dorffest vom 11./12. August symbolisch verkauft.

Ferdinand Hodlers «Eiger, Mönch und Jungfrau in der Mittagssonne» von der Schynigen Platte aus gesehen. Das neun mal sieben Meter grosse, auf 18 Leintücher kopierte Wandbild ist mit Hilfe einer Hebebühne an der Westfassade des alten Amtshauses in Interlaken angebracht worden. (Fotos: Peter Schmid)

Das Um- und Ausbauprojekt «Altes Amtshaus» zum Kunst- und Kulturhaus ist laut einer Medienmitteilung für die Kunstgesellschaft Interlaken (KGI) eine einmalige Chance eigene Lokalitäten zu erhalten: «Alle Bedürfnisse für eine weiterhin erfolgreiche Ausstellungstätigkeit könnten hier auf Jahrzehnte hinaus ideal abgedeckt werden.» Das geplante Kunst- und Kulturhaus Interlaken bestehe aus dem heute vorhandenen Altbau, der sanft renoviert werden soll, und einem Neubauteil. Im Altbau sei vor allem die Einrichtung von Ausstellungsräumen geplant, unter anderem für die Kunstsammlung der Kunstgesellschaft sowie die Legate und Sammlungen der Gemeinde: «Die Ausstellungen in diesen Räumen wären während längerer Zeit im Jahr ständig zu besichtigen.» Im Neubau soll ein grösserer Kulturraum entstehen (Fläche etwa 150 Quadratmeter, für rund 150 Zuschauer), der verschiedenste kulturelle Bedürfnisse abdecken könnte: Theater, Konzerte, Tanzveranstaltungen. Filmvorführungen und so weiter. Daneben würde dieser Raum als Ausstellungsraum für die grossen Ausstellungen der KGI im Sommer/Herbst und für die Weihnachtsausstellung gebraucht. Der Raum könnte laut KGI daneben auch den Bedarf der Musikschule Oberland Ost als Konzert- und Übungsraum für Grossgruppen abdecken: «Nebenräume zum kleinen Saal und zusätzliche Räume für die Musikschule, vor allem ein Sekretariat und Übungsräume könnten auch im Neubau untergebracht werden, ebenso Archivräume. Die Nutzung weiterer Räume durch andere kulturelle Institutionen wäre denkbar, ebenso eine Nutzung im Bereich Tourismus.»

Auf dem von der Gemeinde Interlaken im Baurecht der Interessengemeinschaft «Zentralparkhaus Jungfraustrasse» abgegebenen Areal um das alte Amthaus soll –  mit der Auflage, das Gebäude zu sanieren – ein Parkhaus (Bildmitte) entstehen. In der rechten Bildhälfte ist auf dem Modell die künftige Einfahrt zu erkennen.

Seit vielen Jahren sucht die KGI laut ihrem Vizepräsidenten Silvio Keller nach besseren Ausstellungsmöglichkeiten in Interlaken, und zwar sowohl für ihre Sammlung als auch für die regelmässigen Ausstellungen während des Jahres. Benötigt werde zudem ein gutes Bilderarchiv. Für das alte Amthaus spreche die zentrale Lage, dass das Objekt der Gemeinde gehöre, dass bereits ein Projekt vorliege das sich bestens eigne, dass mit dem VKO respektive der Musikschule Oberland Ost ein idealer Partner für eine sich ergänzende Nutzung da sei und weil sich hier Synergien mit den Sammlungen der Gemeinde Interlaken erzielen liessen.

Ein Kunst- und Kulturhaus lässt sich laut KGI nur mit namhafter Beteiligung der öffentlichen Hand und mit Geldern von Sponsoren realisieren. «Die KGI und der VKO möchten aber nicht nur fordern, sondern auch selbst einen Beitrag leisten.» Deshalb sei nun auch die Sammeltätigkeit der KGI zugunsten dieses Projektes gestartet worden. Das entsprechende Sperrkonto sei bereits eröffnet! KGI und VKO strebten die Gründung einer Stiftung an. Dieser sollen neben der Gemeinde, der KGI und dem VKO weitere Träger angehören. Ein Statutenentwurf liege vor und soll demnächst mit den diversen Institutionen besprochen werden. Die KGI denke unter anderem auch an die Burgergemeinde und die Tourismusorganisation Interlaken. Mit einer informativen Dokumentation sollen lokale, kantonale und nationale Kulturinstitutionen angeschrieben und um Unterstützung ersucht werden: «Die Tatsache, dass rund zwei Drittel des Interlakner Parlamentes ein entsprechendes Postulat von Martin Moser mitunterzeichnet haben, lässt uns auch auf eine positive Haltung des Gemeinderates von Interlaken hoffen.»

Keine Konkurrenz zum Projekt Aula plus

Die Absichten, die Aula der Sekundarschule durch einen Neu- oder Umbau zu erweitern und dabei insbesondere den Bedürfnissen der Vereine noch besser Rechnung zu tragen, sollen laut KGI durch das Projekt «Altes Amthaus» in keiner Weise konkurrenziert werden: «Es braucht mit der Zeit beides: Ein Kunst- und Kulturhaus ebenso wie eine modernisierte Aula.»

Das Riesen-Wandbild am alten Amthaus war laut KGI nur dank einem spontanen, ehrenamtlichen Einsatz zahlreicher Personen möglich. Diesen Einsatz könne honoriert werden, indem für jeweils hundert Franken symbolische Anteile an dem Bild und möglichst viele originelle Karten der am Dorffest mit einem Stand präsenten KGI gekauft würden. Der KGI hofft auch auf Beitragsverpflichtungen, mit denen möglichst hohe Beträge zugunsten des Projektes zugesichert würden.

Die Kunstgesellschaft Interlaken organisiert laut ihrem Vizepräsidenten seit Jahrzehnten Ausstellungen mit regionaler und zum Teil nationaler Bedeutung und Ausstrahlung: Erwähnt werden die Ausstellungen «Wehrhaft und Wahrhaft – Kunst zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, Max Kämpf » (in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Basel), «Felix Mendelssohn» (in Zusammenarbeit mit den Musikfestwochen), «Auguste Baud-Bovy» (mit der Gemeinde Aeschi) und nicht zuletzt die alljährlich stattfindende Weihnachtsausstellung, die ein Hauptereignis im regionalen Kulturleben darstelle: «Mit ihrem langjährigen Engagement für die Bildende Kunst in der Region Oberland Ost haben die Verantwortlichen der Kunstgesellschaft bewiesen, dass ihnen Kunst und Kultur – als wesentlicher Teil der Gesellschaft – ein wichtiges Anliegen ist. Das vor langer Zeit formulierte Ziel, die Verwirklichung eigener Ausstellungsräume, ist trotz verschiedener Anläufe bis heute gleichwohl nicht erreicht worden.»



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