Berner Oberland News
Aktuelle Frontpage (http://www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung (E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Donnerstag, 30. August 2001

«Missachtung der Mitbestimmung und der Sozialpartnerschaft»

Stellungnahme der Gewerkschaft Bau und Industrie zum Konkurs der Fischer AG in Brienz

S. Durch den Konkurs des Brienzer Holz- und Chaletbauunternehmens Fischer AG verlieren 14 Angestellte und 3 Lehrlinge ihren Arbeitsplatz. Die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) Berner Oberland spricht in einer Stellungnahme von Missachtung der Mitbestimmung und der Sozialpartnerschaft: «Einmal mehr hat es eine Firma nicht für nötig befunden, gemäss Mitbestimmungs- und Mitwirkungsgesetz sowie den zwingenden Vereinbarungen im Gesamtarbeitsvertrag die Arbeitnehmer und die Sozialpartner zu informieren und zusammen eine Lösung zu suchen».

Das Holz- und Chaletbauunternehmen Fischer AG in Brienz. (Foto: Peter Schmid)

Die abtretende Geschäftsleitung der Fischer AG hinterlässt nach Angaben von GBI-Sekretär Georg Meyer vor allem bei der AHV und dem BVG Schulden, die in die Hunderttausende von Franken gingen. Die Arbeitnehmer würden dank den gesetzlich vorgeschrieben Fonds voraussichtlich keine Verluste in diesen Bereichen erleiden: «Die Allgemeinheit ist jedoch ein weiteres Mal dazu verpflichtet, Missmanagement und Unvermögen bezahlen zu helfen. Die GBI verurteilt das patronale Vorgehen der Geschäftsleitung aufs schärfste.» Wie die GBI informiert sei, zeichnen sich laut Gewerkschaftssekretär Georg Meyer bei der Fortführung der Lehrverhältnisse bereits Lösungen ab: «Auch sind im Kreis der ehemaligen Angestellten Bestrebungen im Gang, eine vertrauenswürdige Auffanggesellschaft zu bilden: «Die GBI unterstützt alle Bestrebungen die ein sinnvolles Weiterbestehen einer Unternehmung in den Räumen der Fischer AG in Aussicht stellen.»

«Wir haben vieles versucht, um die Firma zu retten», sagte demgegenüber  laut einem Bericht in der heutigen Ausgabe des «Berner Oberländers» Marcel Guinand-Fischer, Mitbesitzer und Mitglied der Geschäftsleitung der Fischer AG in Brienz. Sicher sei laut Guinand, dass es keine Auffanggesellschaft geben werde: «Versuche in dieser Richtung seien gescheitert. Das noch vorhandene Auftragsvolumen übernähmen andere Unternehmen und dabei könnten die Arbeitnehmer noch mitwirken. Nachher seien sie arbeitslos: «Einen Sozialplan gibt es nicht.» Die Firmenleitung werde versuchen, bei der Arbeitssuche behilflich zu sein. Die beiden Gebäude sollen entweder versteigert oder vom Konkursamt freihändig verkauft werden. Nach GBI-Angaben hatte die Fischer AG die Bilanz deponiert und am 28. August 2001 habe das Betreibungsamt das Siegel
angelegt. Das laut Medienbericht über hundert Jahre alte und bis 1975 als Einzelunternehmen geführte Unternehmen sei auf Elementebau für Einfamilien- und Ferienhäuser spezialisiert gewesen: «Es war ein Unternehmen, das Brienzer Arbeit in die Schweiz hinaus trug», wird Gemeinderatspräsident Peter Flück im «Berner Oberländer» zitiert. Zu den Gründen für das Scheitern habe Guinand gesagt, dass der wirtschaftliche Druck auf Schreinereien und die Baufirmen im Oberland sehr gross sei. Die Bautätigkeit sei momentan eher bescheiden. In den neunziger Jahren habe es zudem im holzverarbeitenden Gewerbe nicht unbedingt eine Strukturbereinigung gegeben, sondern viele von Schwierigkeiten Betroffene hätten in einer anderen Form weitergearbeitet. Dadurch sei ein enormer Preisdruck entstanden.



Sunstar **** Ihr Vierstern-Hotel in Grindelwald 
Aktuelle Frontpage
(http://www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 (33) 821 10 61 und Fax +41 (33) 821 10 64 / Natel  +41 (79) 427 45 78 / Wohnung (privat) +41 (33) 821 10 60 / Postcheckkonto 40-71882-7

Zurück an den Seitenanfang