Dienstag, 25. April 2000
Busse anstelle von Regionalzügen zwischen Spiez und Thun
Das Angebot im öffentlichen Regionalverkehr in den Jahren 2001 bis 2005
aid/S. Mit einer Reihe von Änderungen soll das Bahn- und Busangebot im Kanton Bern trotz Sparmassnahmen attraktiv gestaltet werden: Der Regierungsrat legt laut einer Medienmitteilung dem Kantonsparlament einen Beschluss vor, in dem die Schwerpunkte der Entwicklung des öffentlichen Regionalverkehrs für die Fahrplanperioden 2001 bis 2005 festgelegt werden: «Die wichtigste Änderung betrifft die Bahnlinie Thun–Spiez: Hier sollen die Regionalzüge durch Busse abgelöst werden.» Die jährlichen Abgeltungen von Kanton und Gemeinden für den Regionalverkehr belaufen sich laut Communiqué auf 162 bis 165 Millionen Franken.
Die
Fahrpläne von fünf Buslinien im Berner Oberland – (Frutigen–Adelboden,
Spiez–Krattigen–Aeschi, Beatenberg–Interlaken, Lauterbrunnen–Stechelberg,
Brünig–Hasliberg–Hasliberg Reuti – sollen verdichtet werden. – Archivbild:
Das Postauto nach Beatenberg beim Bahnhof West in Interlaken. (Foto: Peter
Schmid)
Die Grundzüge des bestehenden Angebots sollen laut Medienmitteilung beibehalten werden: «Grössere Änderungen sind einzig auf der BLS-Linie Thun–Spiez vorgesehen, wo der Regionalzugsverkehr auf Bus umgestellt werden soll.» Vorgesehen sei hier ein Halbstundentakt. Zwischen Spiez und Reichenbach sollen weiterhin Regionalzüge verkehren. Beibehalten wolle der Kanton den Zugsbetrieb auf der Linie Kerzers–Lyss und die Standseilbahn Ligerz–Prêles. Im Sensetal soll das Angebot mit dem Fahrplanwechsel im kommenden Jahr angepasst werden. Die Züge der S 1 sollen weiterhin im Stundentakt zwischen Flamatt und Laupen verkehren. Mit einer neuen Buslinie, die von Thörishaus über Neuenegg nach Laupen führt, sollen das Angebot ergänzt und wichtige Siedlungsgebiete besser erschlossen werden. Kleinere Angebotsverbesserungen seien auch bei den übrigen S-Bahnlinien geplant. So soll der Fahrplan der S 3 zwischen Biel und Bern verdichtet und die Busfahrpläne in der Region Lyss besser auf die S-Bahn ausgerichtet werden. Im geplanten neuen Quartier Bern-Brünnen soll voraussichtlich 2004 eine neue S-Bahnhaltestelle in Betrieb genommen werden.
Verdichtete Fahrpläne
Verschiedene Anpassungen sehe der Kanton auch bei den Buslinien vor. Der Ortsbus von Münsingen und die Buslinie Belp–Flughafen Bern sollen nach Abschluss des Versuchsbetriebs definitiv eingeführt werden. Die Fahrpläne von fünf Buslinien im Berner Oberland (Frutigen–Adelboden, Spiez–Krattigen–Aeschi, Beatenberg–Interlaken, Lauterbrunnen–Stechelberg, Brünig–Hasliberg–Hasliberg Reuti) sollen verdichtet werden. Im Raum Huttwil und in Bellelay will der Kanton das Rufbus-System einführen. Im Emmental sollen verschiedene Buslinien überprüft werden. Dabei soll die Buslinie Hasle-Rüegsau–Biembach aufgehoben werden. Angepasst werden soll die Streckenführung der Buslinien im Raum Biel–Lyss–Aarberg–Täuffelen und im Raum Langenthal–Thunstetten. Neue Konzepte sieht der Kanton für die Buslinien im Thuner Westamt und im Raum Worb vor. Die Linie Worb–Wattenwil–Bangerten soll aufgehoben werden. Die bestehenden Tarifverbunde (Region Bern, Biel–Seeland–Berner Jura, Region Thun, Oberland Ost und Saanenland) sowie die Beteiligung an den ausserkantonalen Verbunden Solothurn/Grenchen und Neuenburg will der Kanton weiterführen.
Zwei Drittel zu Lasten des Kantons
Im Kanton Bern lege der Grosse Rat alle vier Jahre die Schwerpunkte der künftigen Entwicklung des Angebots im öffentlichen Regionalverkehr fest, heisst es dazu: «Festgelegt werden das Liniennetz, die Art der Verkehrsmittel (Bahn oder Bus) und die Bandbreite der Fahrplandichte auf den einzelnen Linien.» Den Transportunternehmungen werde für dieses Angebot im Voraus ein bestimmter Betrag zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr entscheide das Kantonsparlament über das Angebot in den Fahrplanperioden 2001 bis 2005. «Die Abgeltungen von Kanton und Gemeinden an die Transportunternehmungen belaufen sich jährlich auf zwischen 162 und 165 Millionen Franken.» Zwei Drittel davon gingen zu Lasten des Kantons: «Die genannten Angebotsänderungen können dank Optimierungen und Effizienzsteigerungen der Transportunternehmungen abgeltungsneutral umgesetzt. werden.»
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